Ärzte Zeitung online, 19.01.2011

Glosse

Vaginalstraffung - selbst gemacht?

Selbst ist die Frau, zumal die moderne. Reifenwechseln, Schränke aufbauen, Haare färben - das machen viele Damen heutzutage schon in Eigenregie. Nun hat der niederländische "Telegraaf" eine weitere innovative Idee: Vaginalstraffung selbst gemacht in 90 Minuten.

Auf seiner Webseite stellt der Telegraaf seinen geneigten Leserinnen die Methode vor. Mit einem Gerät der US-amerikanischen Firma Viveve könnten alle Frauen etwas für ihre innere Haltung tun - zum Beispiel nach Geburten. Ohne Skalpell, ohne Narkose. Einfach zuhause mit Radiowellen, wie die Zeitung schreibt. Und das selbstverständlich für den eigenen Spaß an der Lust, versteht sich.

Nach einem ersten Blick auf die Webseite des Geräteherstellers kommt die weniger geneigte Leserin (in diesem Fall aus Deutschland) heftig ins Grübeln. Das Gerät wird an die Vaginalöffnung gehalten, erzeugt dann mittels Radiofrequenz Hitze im vaginalen Gewebe und führt zur Kollagenverdichtung, wie der Hersteller beschreibt.

Doch halt: Zwar verweist die Firma darauf, dass diese Methode der Vaginalstraffung ambulant vorgenommen werden könne - allerdings nicht im "Home Office", wie der Telegraaf glaubt, sondern im "Docter's Office".

Tja, liebe "Desperate Housewives" dieser Welt, es ist also nix mit der Schnellstraffung in Eigenregie zwischen Kinder zur Schule bringen und Mittagessen kochen.

Bleibt noch die Frage der Indikation - aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte. (gwa)

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