Ärzte Zeitung, 14.08.2012

Fundsache

Schnüffeln kommt die Kasse teuer

Ein seltsames Verständnis von Wirtschaftlichkeit hat eine gesetzliche Krankenkasse an den Tag gelegt: Sie ließ eine vermeintlich arbeitsunfähige Versicherte von Detektiven beschatten.

Die Frau war krank geschrieben, zugleich mutmaßlich aber freiberuflich weiter im Außendienst tätig. Auf die Idee, dass dies ein Fall für den MDK sein könnte, kam die Kasse nicht.

Stattdessen beauftragte sie für zunächst zwei Tage einen Detektiv, der für 5753 Euro seinen Job tat. Für die Observation an drei weiteren Arbeitstagen waren nochmals 4996 Euro fällig.

Die Erstbeauftragung der Detektei beurteilt das Bundesversicherungsamt als "grob unwirtschaftlich", die weitere Beschattung der Versicherten sogar als "grob fahrlässig".

Im konkreten Fall ging es um Krankengeld in Höhe von täglich 14,96 Euro. Für die Observationskosten hätte die Kasse 717 Tage Krankengeld zahlen können. (fst)

Topics
Schlagworte
Auch das noch! (3204)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So hoch ist die Lebenserwartung in der Welt

Wer als Junge in Deutschland geboren wird, darf sich im Schnitt auf 78 Jahre freuen. Wie hoch ist die Lebenserwartung in anderen Ländern der Welt? Wir geben die Antwort. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »

Diabetes-Strategie zum Greifen nah

Der gezielte Kampf gegen Diabetes könnte schon bald konkrete Formen annehmen. Zum heutigen Welt-Diabetestag zeichnet sich zwischen Union und SPD ein Kompromiss für eine nationale Diabetes-Strategie ab. mehr »