Ärzte Zeitung, 02.02.2005

Lehrer fordern: "Ernährung gehört auf den Stundenplan"

Umfrage im Auftrag der Gothaer unter 400 Pädagogen

"An apple a day...": Ernährungsunterricht in einer Grundschule. Bei einer Umfrage unter 400 deutschen Pädagogen kam heraus, daß die meisten Lehrer solche Angebote in ihren Schulen willkommen heißen würden. Foto: ami

Immer mehr Schüler sind übergewichtig. Nach den Ärzten fordern jetzt auch Lehrer ein Umdenken in puncto Ernährung und wollen das Thema in die Schulen tragen.

Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der Gothaer Versicherungsbank ergeben hat, sprechen sich 63 Prozent von 400 befragten Lehrern dafür aus, daß Ernährungsunterricht in Schulen zum Pflichtfach wird. Eine Mehrheit der Pädagogen (63 Prozent) beobachtet eine deutliche Zunahme der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen an Schulen und deren Ausgrenzung durch ihre Mitschüler (61 Prozent).

Zudem stellt jeder dritte Lehrer fest, daß dicke Kinder in der Regel leistungsschwächer sind als andere. Als Ursachen der Übergewichtigkeit sehen die Lehrkräfte Bewegungsmangel (81 Prozent), falsche Eßgewohnheiten (72) und Desinteresse der Eltern (38).

Trotz ihres grundsätzlichen Plädoyers sehen die Pädagogen Schwierigkeiten, Ernährungsunterricht in Schulen zu etablieren. Die gegenwärtige Personalsituation biete kaum Möglichkeiten, das Thema dauerhaft in den Lehrplan zu integrieren. (Smi)

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