Ärzte Zeitung, 08.04.2005

Sport-Drinks sind nicht besser als Apfelschorle

Kein Nachweis für Muskelaufbau oder Laktatpufferung

WIESBADEN (kat). Sport- und Energy Drinks sind beliebt. Sie ersetzen Flüssigkeit, Energie und Spurenelemente. Viele der darüber hinaus postulierten positiven Wirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden sind aber nicht belegt, wie auf einem Symposium beim Internisten-Kongreß berichtet worden ist.

Fruchtsaftschorlen sind wegen ihres Energie-, Vitamin und Mineraliengehalts für Freizeitsportler ideal. Foto: obs/VdF

Für viele Zusatzstoffe in den Drinks etwa zur Leistungssteigerung und zum antioxidativen Schutz gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis, wie Dr. Birgit Alteheld vom Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Bonn betont hat.

Die Studienergebnisse reichten weder aus, um für Molke einen besonderen muskelaufbaufördernden Effekt durch qualitativ hochwertige Proteine zu belegen, noch für eine besonders gute Bindegewebssynthese durch Zufuhr von Gelatine.

Auch postulierte Effekte von Gelee Royal durch den angeblich hohen Gehalt an Aminosäuren, Vitaminen und Spurenelementen seien nicht belegt. Ähnlich enttäuschend seien Studien zu Ginseng, Kreatin und Colostrum verlaufen.

Für Koffein-Tabletten habe sich in einer Dosis von 1-3 mg pro kg Körpergewicht die postulierte Unterdrückung der Müdigkeit, die Mobilisierung von Fettsäuren und ein glykogensparender Effekt nachweisen lassen, so Al-teheld. Das gelte aber eher für Radfahrer als für Läufer.

Zudem gebe es Responder und Non-Responder. Auch Hoffnungen für eine Laktatpufferung durch Bicarbonate oder Citrat seien in Studien eher enttäuscht worden, so die Ernährungswissenschaftlerin. Die Daten seien widersprüchlich. Zudem machten Blähungen und Durchfälle die Anwendung zum Problem.

Altehelds Fazit : Für die meisten Freizeitsportler reichen grundsätzlich eine ausgewogenen Ernährung und eine Apfelschorle zum Durstlöschen und zum Ergänzen von Mineralien nach dem Sport aus.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »