Ärzte Zeitung, 06.12.2005

Vorteile für Statin und Resorptionshemmer

Duale Cholesterintherapie wirkt auch antiinflammatorisch / Effekt wird wohl durch Ezetimib vermittelt

BERLIN (gvg). Mit der Kombination aus einem Hemmstoff der Cholesterinsynthese und einem der Cholesterinreabsorption lassen sich auch ehrgeizige LDL-Zielwerte erreichen. Eine neue Studie deutet darauf hin, daß die Kombinationsbehandlung auch antientzündliche Effekte hat.

Die Untersuchung, die in "Atherosclerosis" (2005, 179, 361) publiziert worden ist, hat Professor Frank Baer aus Köln beim Hochdruckliga-Kongreß in Berlin vorgestellt. Es handelt sich um eine Nachauswertung zweier randomisierter, kontrollierter Studien mit insgesamt 1089 Teilnehmern mit Hypercholesterinämie. Im Mittelpunkt des Interesses stand der Serumparameter C-reaktives Protein (CRP).

Die Studienteilnehmer erhielten für zwölf Wochen entweder eine Monotherapie mit dem Hemmstoff der Cholesterinresorption Ezetimib oder mit dem Synthesehemmstoff Simvastatin. Alternativ wurde eine Kombination aus beiden Therapieprinzipien eingesetzt (in Deutschland als Inegy® im Handel) oder ein Placebo.

    Klare Wirkung auf C-reaktives Protein.
   

Wie erwartet kam es bei den Patienten, die eine Simvastatin-Monotherapie erhalten hatten, zu einer Verringerung des Serumwertes für CRP unter Behandlung, und zwar im Mittel um 14 Prozent vom Ausgangswert. Dieser antientzündliche Effekt einer Statintherapie wurde schon häufig beschrieben. Er ist als einer der sogenannten pleiotropen Statineffekte gut bekannt.

Überraschend war nun, daß bei Kombination des Simvastatins mit Ezetimib nicht nur niedrigere LDL-Werte erreicht wurden, sondern daß auch der CRP-Wert weitaus deutlicher abgesenkt wurde. Im Mittel sei es zu einer Verringerung um 33 Prozent gekommen, so Baer auf der von den Unternehmen MSD und Essex Pharma unterstützten Veranstaltung.

Das ist ein im Vergleich mit der Simvastatin-Monotherapie signifikanter Unterschied, der auf einen ergänzenden, antinflammatorischen Effekt der Ezetimib-Komponente hindeutet. Der Vorteil für die Kombination errechnete sich nicht nur in der gepoolten Analyse. Er blieb auch bestehen, wenn jede einzelne Simvastatin-Dosis betrachtet wurde

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