Ärzte Zeitung, 03.03.2006

Mit doppelter Strategie gegen Cholesterin

Mit Kombination kann LDL um die Hälfte gesenkt werden

HAMBURG (grue). Die kombinierte Behandlung mit einem Statin plus Ezetimib ist pharmakologisch und klinisch sinnvoll: Die Wirkstoffe senken das LDL-Cholesterin um die Hälfte und bringen damit mehr Patienten in den LDL-Zielwertbereich.

Tatsächlich erreichten in einer Studie mit der dualen Hemmung von Cholesterinsynthese und -resorption 71 Prozent eine LDL-Cholesterin-Konzentration unter 100 mg/dl (2,6 mmol/l), 50 Prozent besser als mit Placebo. Dies kommt etwa Patienten zugute, die mit einem Statin allein nicht ihr LDL-Ziel erreichen.

Mit Simvastatin plus Ezetimib (als Fixkombination Inegy® im Handel) sank in der EASE-Studie bei diesen Patienten das LDL-Cholesterin um weitere 26 Prozent, erinnerte Professor Klaus von Bergmann in Hamburg. Die beiden Substanzen wirken synergistisch, indem Simvastatin die Cholesterin-Synthese hemmt und Ezetimib die zur Kompensation gesteigerte intestinale Fettresorption blockiert.

Dabei ist es günstig, daß die beiden Lipidsenker über verschiedene Stoffwechselwege abgebaut werden: Das Statin wird über das Cytochrom-P450-System metabolisiert, Ezetimib gelangt als aktiver Metabolit in den Darm und wird ausgeschieden, berichtete der Wissenschaftler von der Uni Bonn auf einer Veranstaltung der Unternehmen MSD und Essex pharma.

Die Wirksamkeit von Ezetimib plus Simvastatin belegt auch eine neuere Studie mit fast 2000 Patienten, so Professor Heyo Kroemer von der Universität Greifswald. Darin wurde bei erhöhtem LDL-Cholesterin mit Atorvastatin oder Simvastatin/Ezetimib behandelt. Die Statindosierungen variierten zwischen zehn und 80 Milligramm.

Mit der dualen Therapie wurde auf jeder Dosisstufe eine größere LDL-Reduktion erreicht. Deshalb erreichten mit der Fixkombination ein Drittel mehr Patienten das LDL-Therapieziel unter 100 mg/dl.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »