Ärzte Zeitung online, 29.08.2008

Brüssel weist Kritik an Pestizid-Grenzen zurück

BRÜSSEL (dpa). Die EU-Kommission verteidigt Europas neue Grenzwerte für Gift-Rückstände in Obst und Gemüse gegen die Kritik von Umweltschützern. Die Vorwürfe von Greenpeace und anderen Umweltorganisationen ließen die tatsächlichen Essgewohnheiten der Verbraucher außer Acht, sagte ein zuständiger Kommissionsfachmann am Freitag in Brüssel.

"Bei den Höchstwerten für Pestizide werden zum Beispiel auch Rückstände auf der Schale von Orangen oder Bananen mitgerechnet - die isst normalerweise aber niemand mit."

Zwar sei es richtig, dass die Anpassung auf EU-Ebene in einigen Fällen höhere nationale Grenzwerte verursache. Dabei würden mitunter auch von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Höchstmengen an Gift-Rückständen überschritten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) habe aber alle Werte mit Blick auf die Ernährungspraxis untersucht und für sicher befunden. Zudem betreffe die Anhebung nationaler Grenzwerte oft Obst oder Gemüse, das in diesen Ländern nicht angebaut werde. "Es wird deshalb künftig nicht mehr beim Anbau gespritzt als vorher", sagte der EU-Experte.

Die Umweltorganisation Greenpeace hatte am Donnerstag eine Studie vorgelegt, nach der die Pestizid-Belastung bei Äpfeln, Birnen, Trauben, Tomaten und Paprika in Deutschland künftig kräftig ansteigen darf (wir berichteten). Dies könne insbesondere bei Kindern zu akuten und chronischen Gesundheitsschäden führen, meinen die Kritiker.

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