Ärzte Zeitung, 24.10.2008

Fleisch, Fritten, Eier setzen dem Herzen am meisten zu

30 Prozent der Herzinfarkte lassen sich durch gesündere Ernährung vermeiden

HAMILTON (mut). Ein fettes Steak, am besten noch paniert und dazu Pommes: Eine solche, typisch westliche Diät, gewinnt weltweit Anhänger - und ist nach Daten einer neuen Studie die Ursache für weltweit 30 Prozent aller Herzinfarkte.

Nicht gesund fürs Herz: Steak mit Pommes.

Foto: L. Smokovski©www.fotolia.de

Forscher aus Hamilton in Kanada schließen das aus Ergebnissen der großen Fall-Kontroll-Studie "Interheart". Darin überprüfte ein Team um Dr. Romaina Iqbal die Ernährung von über 5700 Herzinfarktpatienten aus 52 Ländern und etwa doppelt so vielen gesunden Teilnehmern.

Die Forscher gruppierten die Personen in drei Kategorien: Solche mit einer westlichen Diät (viel frittierte Nahrung, salzige Snacks, Eier, Fleisch), mit östlicher Ernährung (viel Tofu, Soja) und solche mit einer empfohlenen Ernährung aus viel Obst und Gemüse. Sie stellten fest, dass sich Herzinfarkt-Patienten überproportional oft an die westliche Ernährungsweise hielten.

Nach den Berechnungen der Forscher ist danach das Herzinfarktrisiko bei Menschen, die sich überwiegend von Fleisch, Fritten und Eiern ernähren, um 35 Prozent erhöht. Dagegen haben Menschen mit östlicher Ernährungsweise kein erhöhtes Infarktrisiko.

Und wer sich für viel Obst und Gemüse, aber kaum für fettes Fleisch und Pommes begeistert, hat ein bis zu 30 Prozent niedrigeres Infarktrisiko. Insgesamt, so die Forscher, lassen sich nach diesen Daten etwa 30 Prozent aller Herzinfarkte weltweit auf eine ungesunde westliche Ernährungsweise zurückführen (Circulation online).

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »