Ärzte Zeitung online, 17.07.2009

Frischmilch-Kennzeichnung gescheitert

BERLIN (dpa). Bei der Unterscheidung von herkömmlicher Frischmilch von sogenannter "haltbarer" Frischmilch tappen die Konsumenten nach Angaben der Verbraucher-Lobby weiter im Dunkeln. Die Selbstverpflichtung von Milchhandel und -industrie für eine klare Kennzeichnung sei gescheitert, berichtete der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) am Freitag in Berlin.

Diese Verpflichtung war im Februar vom Bundesverbraucherministerium akzeptiert worden. Nur ein Drittel der Milch sei derzeit gemäß der Selbstverpflichtung gekennzeichnet, berichtete Verbraucherverbands-Chef Gerd Billen.

Das habe ein bundesweiter Marktcheck seines Verbandes von 660 Milchtüten und -flaschen in 80 Geschäften ergeben. Außerdem werde traditionelle Frischmilch in vielen Geschäften überhaupt nicht mehr angeboten, so Billen. Oft suggerierten die Aufschriften der Produkte irreführende Frische-Versprechen.

Die Politik müsse nun die nötigen Unterschiede im Verbraucherinformationsgesetz verankern. "Die Milchwirtschaft hat ihr Versprechen nicht gehalten und führt die Verbraucher an der Nase herum."

Die Auseinandersetzungen über die Milch reihen sich ein in die Diskussionen über Käse- und Schinken-Imitate. Bei der Milch war im Februar vereinbart worden, die als haltbare hocherhitzte Frischemilch verkaufte Ware als "länger haltbar" zu kennzeichnen.

Lesen Sie dazu auch:
Lebensmittel-Imitate: Berlin will neue Regeln

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