Ärzte Zeitung online, 10.09.2009

Bäcker erwarten Engpässe bei Leinsamen-Brot

DÜSSELDORF/BERLIN (dpa). Bei Leinsamen-Brot ist nach Einschätzung des Verbandes Deutscher Großbäcker mit Engpässen zu rechnen. Bei den regelmäßigen Qualitätskontrollen der Rohstoffe seien in Leinsaat aus Kanada Spuren einer gentechnisch veränderten Sorte entdeckt worden, teilte der Verband am Donnerstag in Düsseldorf mit.

"Diese Leinsaat ist zwar gesundheitlich unbedenklich, gleichwohl stellt ihre Lieferung einen klaren Verstoß gegen die strikten Lieferbedingungen der Großbäckereien und gegen das geltende EU-Recht dar", erklärte der Hauptgeschäftsführer Helmut Martell. Die betroffenen Unternehmen hätten die Verwendung sofort eingestellt und seien auf Lieferungen aus anderen Regionen umgestiegen. Kanada ist nach Angaben des Verbandes der Großbäckereien der Hauptlieferant von Leinsaat in Deutschland.

Die Spuren der gentechnisch veränderten Sorte in den untersuchten Leinsaat-Proben aus Kanada seien mit 0,5 Prozent im Durchschnitt der Menge sehr gering. Dass die gentechnisch veränderte Leinsaatsorte in geringen Spuren bereits in den Verzehr gelangt ist, könne der Verband nicht ausschließen. Leinsamenbrote enthielten etwa 3 Prozent Leinsamen, erläuterte Martell.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat die Länder nach dem Fund von genverändertem Leinsamen zu schärferen Kontrollen aufgerufen. "Es wird mit Nachdruck daran gearbeitet", sagte eine Ministeriumssprecherin am Donnerstag. Unter den Ländern bestehe weitgehend Konsens über schärfere Kontrollen.

In Deutschland sind die Länder hierfür zuständig. Der gefundene Gen-Leinsamen ist in der EU nicht zugelassen. Die FDP-Fraktion warnte davor, Ängste zu schüren. Die zuständige Behörde in Kanada habe die Unbedenklichkeit des Leinsamens für Ernährung und Anbau festgestellt. Die Linksfraktion hält Gentechnik in der Landwirtschaft für unsicher.

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