Ärzte Zeitung online, 21.09.2009

Greenpeace räumt Produkte mit Gen-Leinsamen aus

HAMBURG (dpa). Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben am Samstag Produkte mit genmanipuliertem Leinsamen aus Supermärkten in mehreren Städten geräumt. "Es ist ein Skandal, dass der verbotene Gen-Leinsamen nach über einer Woche immer noch verkauft wird", kritisierte Greenpeace-Expertin Stefanie Hundsdorfer in Hamburg. "Diese fahrlässige Schlamperei nehmen wir nicht hin."

Aktivisten hätten daher Produkte aus Regalen in 16 Supermärkten in Bonn, Celle, Chemnitz, Darmstadt, Göttingen, Hannover, Karlsruhe, Köln, Oldenburg und München geräumt.

Der genmanipulierte Leinsamen ist nach früheren Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nicht gesundheitsgefährdend. Der Leinsamen geht laut Bundesamt auf eine Gen-Pflanze zurück, die in Kanada für den Verzehr, den Anbau und als Futtermittel zugelassen ist. In der EU ist dieser Leinsamen dagegen verboten. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hatte gefordert, die Ware umgehend aus den Regalen zu nehmen. Leinsamen ist in Lebensmitteln wie Backwaren oder Müsli enthalten.

"Die Lebensmittelhändler müssen nun endlich ihrer Pflicht nachkommen und die verbotene Ware zurück an die Hersteller schicken", forderte Hundsdorfer. Außerdem sollten sie auch andere Leinsamen-Produkte auf gentechnische Verunreinigungen testen lassen: "Greenpeace geht davon aus, dass noch viele weitere Lebensmittel von den Verunreinigungen betroffen sind."

Lesen Sie dazu auch:
Gen-Leinsamen in immer mehr Bundesländern
Bäcker erwarten Engpässe bei Leinsamen-Brot
Gen-Leinsamen in Backwaren - Verbreitung unklar

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »