Ärzte Zeitung online, 22.09.2009

Mehrzahl der Altenheim-Bewohner schlecht ernährt

BONN (dpa). Zwei von drei Altenheim-Bewohnern in Deutschland sind laut einer Studie zu schlecht oder nicht ausreichend ernährt. Es sei eine große Herausforderung, hier Abhilfe zu schaffen und für diese Menschen eine ausreichende Ernährung und Nährstoffversorgung zu gewährleisten, sagte Bundesernährungsministerin Ilse Aigner (CSU) am Dienstag bei einem Besuch in einem Altenheim in Bonn.

Das Bundesernährungsministerium habe dafür in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung entwickelt, sagte Aigner. Mit den Standards gibt es erstmals bundeseinheitliche Empfehlungen für Altersheime. "Heime, die diese Anforderungen erfüllten, können sich mit dem Fit im Alter-Logo der DGE zertifizieren lassen", sagte Aigner. Sie würden damit eine optimale Verpflegung nach aktuellen wissenschaftlichen Kriterien gewährleisten.

In Deutschland gibt es rund 1,86 Millionen Pflegebedürftige über 65 Jahre. Davon werden 35,4 Prozent in stationären Pflegeeinrichtungen betreut. Laut der ErnSTES-Studie ("Ernährung in stationären Einrichtungen für Seniorinnen und Senioren") sind zwei Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner von Mangelernährung betroffen oder gefährdet.

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