Ärzte Zeitung online, 16.10.2009

Klimawandel bedroht Reiserträge

LOS BANOS (dpa). Die Auswirkungen des Klimawandels könnten die Reisproduktion in den kommenden Jahren empfindlich treffen. Die verheerenden Überschwemmungen auf den Philippinen, der verspätete Monsun in Indien und die lange Dürre in Australien dürften die Reisernte deutlich beeinträchtigen, berichtete das Internationalen Reisforschungsinstitut (IRRI) am Freitag.

Forscher haben dort in diesem und im vergangenen Jahr die feuchtesten trockenen Jahreszeiten seit mindestens 30 Jahren dokumentiert. Das beeinträchtigt den Ertrag. Es sei noch zu früh, dies Entwicklung eindeutig auf den Klimawandel zu schieben, schrieben Reiner Wassmann und Kollegen. Sollte die trockene Jahreszeit aber in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich viel Regen bringen, müssten die Reisbauern ihre Anbaumethoden ändern, um die Erträge zu retten.

Die eigentlich trockene Jahreszeit von Januar bis April war 2008 und 2009 auf den Philippinen so wolkenverhangen wie seit mindestens 30 Jahren nicht, stellten die Forscher fest. Nach den IRRI-Messungen bekamen die Reispflanzen von Januar bis April so wenig Sonnenschein wie nie zuvor seit Beginn der Messungen 1979. Der Sonnenschein lag 20 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre, und sogar unter dem 30-Jahres-Durchschnitt in der feuchten Jahreszeit von Juni bis September. An einem einzigen Tag fiel in diesem April Zweidrittel der Menge Regen, die sonst in der gesamten Trockenzeit fällt. Die Pflanzen brauchen Sonnenschein, um Kohlendioxid aus der Atmosphäre und Wasser in Kohlenhydrate umzuwandeln. Je weniger Sonnenschein, desto kleiner die Ernte.

Mehr als zweieinhalb Milliarden Menschen in Asien sind auf Reis als Hauptnahrungsmittel angewiesen. Das IRRI forscht unter anderem nach Reissorten, die hitze- und überschwemmungstolerant sind. Es erhebt keine Patente auf die neu kreierten Sorten.

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