Ärzte Zeitung online, 16.10.2009

Minister für bessere Lebensmittel-Informationen

BERLIN (dpa). Auch ohne eine farbige Ampelkennzeichnung sollen Verbraucher künftig besser über ungesunde Inhaltsstoffe in Lebensmitteln und Nahrungsmittelimitate aufgeklärt werden. Darauf einigten sich die Mitglieder der Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) in Berlin.

Lebensmittel müssten so gekennzeichnet werden, dass Verbraucher sich beim Kauf schnell und umfassend über einzelne Produkte informieren könnten, sagte die VSMK-Vorsitzende, Berlins Verbraucherschutzsenatorin Katrin Lompscher (Linke), am Freitag.

Dazu gehörten auch klare Angaben über den Energiegehalt von Lebensmitteln. Allerdings sollten diese Daten nicht für eine Portion angegeben werden. Verbraucher könnten die Angaben besser vergleichen, wenn sich diese auf 100 Gramm oder 100 Milliliter eines Produkts bezögen.

Bei ihren Koalitionsverhandlungen hatten Union und FDP die umstrittene Ampel-Kennzeichnung abgelehnt. Damit sollten nach dem Willen von Verbraucherschützern Fett, Salz und Zucker je nach Gehalt rot, gelb oder grün gekennzeichnet werden. Diese Regelung sei jedoch auch bei den Verbraucherschutzministern der Länder umstritten gewesen, sagte Lompscher. Als Beispiel wurde das Vollkornbrot genannt, das den Angaben zufolge zwar als gesund gilt, wegen seines Salzgehalts aber dennoch einen roten Punkt bekommen hätte.

Die Verbraucherschutzminister forderten zudem schärfere Vorschriften zur Kennzeichnung von Lebensmittelimitaten wie Analogkäse. Täuschungen des Verbrauchers durch die irreführende Aufmachung von Lebensmitteln müssten rechtlich noch klarer geregelt werden, sagte der Staatssekretär des Bundesverbraucherschutzministeriums, Gert Lindemann. Dazu gehöre beispielsweise die Abbildung von Krabben auf Krebsfleischimitat.

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