Ärzte Zeitung online, 03.11.2009

Verbotenes Antibiotikum in Wein aus Argentinien

KOBLENZ (dpa). In einem Rotwein aus Argentinien hat das rheinland-pfälzische Landesuntersuchungsamt (LUA) die verbotene Substanz Natamycin nachgewiesen. Eine Gesundheitsgefahr gehe von dem Antibiotikum zwar nicht aus, in Europa ist die Behandlung von Wein mit diesem Stoff jedoch verboten.

"Wenn Antibiotika nebenher in Lebensmitteln aufgenommen werden, dann sind sie im Ernstfall weniger wirksam", sagte LUA-Sprecherin Kerstin Stiefel am Montag in Koblenz. Daher dürfe auch kein mit Natamycin behandelter Wein in die Europäische Union eingeführt werden.

Bei dem beanstandeten Wein handelt es sich um einen Merlot der Marke "Villa Atuel 2008 San Rafael". Auf der Rückseite der Flaschen ist laut LUA die Nummer L-WT1377j aufgedruckt. Knapp 103 000 Flaschen für eine große Supermarktkette stellten die Kontrolleure sicher. Dennoch bestehe die Gefahr, dass noch etwas im Handel ist, sagte Stiefel. Es sei mehr abgefüllt worden als die jetzt gefundene Menge. Natamycin wirkt gegen Pilze und Hefen und ist in der Lebensmittelherstellung unter der Bezeichnung E 235 als Konservierungsstoff auf der Oberfläche bestimmter Käsesorten und auf getrockneten und gepökelten Würsten zugelassen.

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