Ärzte Zeitung online, 08.03.2010
 

Ärzte für Gesundheits-Ampel auf Lebensmitteln

WEIMAR (dpa). Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert Gesundheits-Ampeln auf Lebensmitteln nach britischem Vorbild. In Großbritannien werden gesunde Lebensmittel mit einem grünen Punkt und ungesunde mit einem roten Punkt markiert.

Eltern und Kinder müssten auf den ersten Blick erkennen können, wie gesund oder ungesund die Produkte seien, sagte Verbandspräsident Dr. Wolfram Hartmann am Freitag auf dem Kongress für Jugendmedizin. Die von der Industrie vorgeschlagenen Nährwerttabellen seien "nicht kindgerecht", kritisierte der Mediziner.

Mit Blick auf die laufende Hartz-IV-Debatte erneuerte der Ärzteverband außerdem seine Forderung nach einem massiven Ausbau von Kindergärten und Kinderkrippen. Ziel müsse sein, vor allem sozial benachteiligte Kinder zu integrieren und sie in ihrer gesundheitlichen Entwicklung zu fördern. Medizinische Hilfemöglichkeiten wie die immer häufiger für Kinder verordnete Sprach- und Ergotherapie oder Krankengymnastik könnten Förderdefizite bei Kindern nicht ausgleichen, hieß es.

Fachlicher Schwerpunkt des Kongresses sind die gesundheitlichen Folgen von Stress und seelischen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen. Heutzutage klagen nach Angaben von Kongressleiter Uwe Büsching etwa 30 Prozent der Patienten in den pädiatrischen Praxen über körperliche Beschwerden, die ihre Ursachen in psychischen Belastungssituationen haben. Das gelte hauptsächlich für Kopf- und Bauchschmerzen sowie Schlafstörungen.

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