Ärzte Zeitung online, 09.07.2018

Nahrungsergänzung

Steigert ein Probiotikum die Hirnleistung?

Nach Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels waren bei Probanden Konzentrationsvermögen und Stimmungslage verbessert.

GRAZ. Das Bauchgefühl ist häufig rationalen Entscheidungen überlegen. Ein Grund dafür könnten Wechselwirkungen von Mikroorganismen im Darm mit dem Gehirn sein, berichtet das Unternehmen "Institut Allergosan" in einer Mitteilung. Hinweise darauf gebe es aus einer Studie mit einem Multispezies-Probiotikum (Gut Microbes. 2018; 3: 1-11).

In der Untersuchung haben Forscher der Universität Graz Probanden das Nahrungsergänzungsmittel "OMNi-BiOTiC® Stress" über vier Wochen verabreicht. Im Vergleich zu einer Placebogruppe schnitten die Probanden der Verumgruppe in Erinnerungs-Tests besser ab und waren gleichzeitig sicherer in ihren Entscheidungsfindungen, wird in der Mitteilung berichtet. Dies habe sich bei einer Wiedererkennungsaufgabe mit neutralen und unangenehmen Bildern während einer funktionellen MRT-Messung gezeigt.

"Jene Gruppe, die die Mikroorganismen zu sich genommen hatte, erzielte eine Trefferquote von 85 Prozent, die Kontroll-Gruppe lediglich eine Richtigkeit von 70 Prozent", wird Studien-Erstautorin Dr. Deepika Bagga von der Universität Graz in der Mitteilung zitiert.

Bei den Probanden der Probiotikum-Gruppe sei auch eine verbesserte Stimmungslage festgestellt worden: Sie seien emotional bedeutend positiver eingestellt gewesen, belegt durch höhere Werte im sogenannten PANAS-positiv Score.

Mit dieser Skala werden negative und positive Empfindungen und Gefühle erfasst. Zudem sei bei Probanden mit Probiotika-Einnahme im Vergleich zu Placebo die Anfälligkeit für Depressionen reduziert gewesen, belegt durch signifikant bessere Scores für "Hoffnungslosigkeit" und "Risikovermeidung" im sogenannten LEIDEN Index.

Fazit: "Die Einnahme ‚gesunder‘ Bakterien könnte mit der insgesamt besseren Performance in den Tests korrelieren", erklärt die Studienautorin Professor Christine Moissl-Eichinger von der Medizinischen Universität Graz in der Mitteilung. (eb/eis)

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