Ärzte Zeitung online, 27.06.2019

USA

Arzt wegen sexueller Übergriffe auf Studentinnen angeklagt

Ein Gynäkologe steht nun vor Gericht, weil er über einen längeren Zeitraum Studentinnen einer US-Universität sexuell belästigt und deren Geschlechtsteile fotografiert haben soll.

LOS ANGELES. Ein US-Gynäkologe, der jahrelang an einer kalifornischen Universität arbeitete, ist am Mittwoch wegen zahlreicher sexueller Übergriffe auf Studentinnen angeklagt worden.

Nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft in Los Angeles werden dem 72-jährigen Frauenarzt Belästigungen von 16 Patientinnen im Alter von 17 bis 29 Jahren vorgeworfen.

Die Vorfälle in dem Gesundheitszentrum der University of Southern California (USC) sollen zwischen 2009 und 2016 passiert sein. Der am Mittwoch festgenommene Arzt, der bis 2017 an der Universität gearbeitet hatte, wies die Vorwürfe zurück. Im Falle eines Schuldspruchs drohen ihm bis zu 53 Jahre Haft.

Belästigungen sollen bis in die 90er Jahre zurückgehen

Laut der Anklage soll der Gynäkologe Studentinnen bei Untersuchungen unter anderem unangemessen berührt und ihre Geschlechtsteile fotografiert haben. Die Polizei ging mehr als 130 Beschwerden nach. Die Vorwürfe von Studentinnen waren 2018 ans Licht gekommen.

Hunderte Frauen gehen auch mit Zivilklagen gegen den Arzt oder die Universität vor. Die Belästigungen sollen bis in die 1990er Jahre zurückgehen. Die Universität habe Beschwerden von Patientinnen oder Krankenschwestern lange ignoriert, hieß es.

Im vorigen Herbst hatte die Hochschule zugestimmt, in einer Sammelklage Hunderter Frauen eine Entschädigung von 215 Millionen Dollar zu zahlen. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die Notfall-Probleme „an der Wurzel packen“

Gesundheitsminister Spahn stellt Details seiner Umbaupläne für die Notfallversorgung vor. Die zahlreichen Reaktionen zeigen, wie viele Interessen es bei dem Thema gibt. mehr »

„Wir müssen die Hamsterräder anhalten“

Es gibt in Deutschland ausreichend Ärzte, findet Professor Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Uni in Frankfurt. Welche Kernprobleme er sieht und wie die Versorgung verbessert werden kann, verrät er im Interview. mehr »

Thermometer aus der Blase gezogen

Mitunter verschwinden Gegenstände versehentlich in der Blase, manche stecken sich bewusst Besenstiele oder Fische ins Organ. Urologen konnten nun ein Thermometer über die Harnröhre eines Mannes entfernen – ganz ohne Op. mehr »