Ärzte Zeitung online, 24.09.2019

Kommentar zu tödlicher Rezeptur

Fehler mit Folgen

Ärzte und Apotheker haben schwer zu tragen an ihrer Verantwortung für die Patienten. Das zeigt der Tod einer Schwangeren in Köln.

Von Hauke Gerlof

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Schreiben Sie dem Autor: hauke.gerlof@springer.com

Das macht fassungslos. Eine werdende Mutter geht in eine Apotheke, um mittels einer Glukoselösung festzustellen, ob bei ihr ein Gestationsdiabetes vorliegt – und überlebt diese Routine-Prozedur nicht. Auch ihr Kind stirbt. Ermittler melden, in einem Glukosebehältnis der betreffenden Apotheke habe sich „ein toxischer Stoff“ befunden.

Tragisches Versehen oder Absicht? Die Hintergründe dieses Falls lagen am Dienstagnachmittag noch im Dunkeln. Aber einmal mehr wird deutlich: Die Verantwortung, die vor allem Apotheker und Ärzte, aber teilweise auch andere Heilberufler für ihre Patienten zu tragen haben, wiegt schwer. Wir sind alle nur Menschen, die Fehler machen können. Nur: Es macht einen großen Unterschied, ob dieser Fehler einem Journalisten oder einem Arzt oder Apotheker unterläuft.

Der Tag der Patientensicherheit in der vergangenen Woche hat gezeigt, wie viel getan wird und wie viel mehr noch getan werden muss, um Fehlerrisiken zu minimieren. Denn dann, wenn das Schlimmste passiert ist, lässt es sich nicht mehr rückgängig machen. Und der, dem es passiert ist, muss mit der Schuld leben, ein anderes Leben zerstört zu haben.

Respekt all denen, die dieses Risiko zu tragen bereit sind!

Lesen Sie dazu auch:
Zwei Tote: Toxischer Stoff in Glukosemischung aus der Apotheke

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