Ärzte Zeitung online, 19.03.2011

Fukushima: Radioaktiv belastete Milch und Spinat gefunden

Fukushima: Radioaktiv belastete Milch und Spinat gefunden

TOKIO (dpa). Spinat und Milch aus der Umgebung des defekten Atomkraftwerks Fukushima Eins in Japan sind radioaktiv belastet. Das teilte Regierungssprecher Yukio Edano am Samstag in Tokio mit.

Die Strahlenwerte für Spinat und Milch aus Fukushima überschritten die zulässigen Höchstgrenzen. Auch in der südlicheren Präfektur Ibaraki sei belasteter Spinat entdeckt worden.

Eine akute Gesundheitsgefährdung sei aber derzeit nicht zu erwarten, sagte Edano. Wer ein Jahr lang von der belasteten Milch trinken und den ebenfalls verstrahlten Spinat essen würde, nehme eine Strahlendosis von der Stärke einer Röntgenuntersuchung auf.

Nun gehe es darum, weitere Daten zu sammeln. Es müsse geklärt werden, wie häufig eine solche Belastung auftrete. Es soll auch untersucht werden, wohin die betroffene Milch und der Spinat gebracht worden seien. Falls nötig, werde der weitere Transport eingeschränkt. Edano rief die Bevölkerung zu Besonnenheit auf.

Der Gouverneur der Präfektur Fukushima, Yuhei Sato, forderte die Bauern in der Region auf, Milchlieferungen vorübergehend einzustellen und Milch, die im Umkreis von 30 Kilometern um das Atomkraftwerk Fukushima produziert wurde, auch nicht selbst zu konsumieren.

In Ibaraki wies die Lokalregierung die Bauern ebenfalls an, Lieferungen von Spinat einzustellen bis weitere Messergebnisse vorliegen. Der Spinat wird in großflächigen Glashäusern angebaut.

Die Betreiberfirma des Atomkraftwerks Fukushima, Tepco, bat am Samstag die Bevölkerung um Entschuldigung für die erhöhten Strahlungswerte bei Lebensmitteln.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verursacht Kiffen Psychosen?

Wer kifft, trägt ein erhöhtes Psychoserisiko. Ob dies am Konsum von Cannabis liegt, ist aber alles andere als klar. Eine aktuelle Studie liefert immerhin neue Indizien. mehr »

Resistenzen behindern Kampf gegen TB

Tuberkulose ist in Deutschland relativ selten - ganz eliminieren lässt sich die Infektionskrankheit aber noch immer nicht. Zu schaffen machen die Resistenzen. mehr »

Bluttest auf Brustkrebs keine Revolution

Ein Bluttest auf Brustkrebs komme noch dieses Jahr auf den Markt, verkündete vor kurzem die Uniklinik Heidelberg – und erntete dafür harsche Kritik. Nun rudert sie zurück. mehr »