Ärzte Zeitung online, 23.05.2011

UN-Strahlenexperte: Fukushima "noch immer ein Notfall"

WIEN (dpa). Die Gefahr am havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist nach Einschätzung von UN-Strahlenexperten noch nicht gebannt.

UN-Strahlenexperte: Fukushima "noch immer ein Notfall"

"Die Notfallsituation ist noch nicht vorbei", sagte Professor Wolfgang Weiss, Vorsitzender des UN-Komitees zu den Effekten atomarer Strahlung (UNSCEAR), am Montag (23. Mai) in Wien.

Die bisher ausgetretene Radioaktivität könne man in den Griff kriegen, sagte Weiss am Beginn des einwöchigen Treffens des Komitees.

"Aber wir wissen nicht, was kommt. Man erwartet in diesem Jahr noch zwei Erdbeben mit der Stärke acht. Kein Mensch weiß, ob die Bausubstanz, die nun mürbe ist, das übersteht".

Neue Probleme könnten aufkommen

Damit könnten neue Probleme aufkommen, sagte Weiss, der auch Leiter der Abteilung Strahlenschutz und Gesundheit beim Bundesamt für Strahlenschutz ist.

Er verweist aber auch auf positive Entwicklungen: "Die gute Nachricht ist, dass die Restwärme sinkt und mit jedem Tag die kurzlebigen Radionuklide zerfallen."

Die UNSCEAR will in Zusammenarbeit mit Behörden vor Ort und unabhängigen Institutionen die Folgen des Austritts von Radioaktivität in der zerstörten Anlage wissenschaftlich untersuchen.

Das Komitee will bei dem Routinetreffen in Wien festlegen, wie es bei seiner Arbeit zu Fukushima vorgehen wird. Ein vorläufiger Bericht soll in einem Jahr vorgelegt werden. "Wir brauchen Zeit", sagte Weiss.

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