Ärzte Zeitung, 04.04.2012

Rita Süssmuth ebnet Weg zur Drogensubstitution

Ärzte, die Methadon einsetzen, werden kriminalisiert. Aber eine Wende ist in Sicht.

Rita Süssmuth ebnet Weg zur Drogensubstitution

Die Substitution illegaler Drogen mit Methadon ist heute gängige Praxis - 1988 war sie noch höchst umstritten.

© Klaus Rose

New York, 31 August 1988. In einem Interview mit Karin Michels, der New Yorker Korrespondentin der "Ärzte Zeitung", plädiert Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth für eine erleichterte Praxis der Drogensubstitution mit Methadon.

In Deutschland werden Ärzte von Staatsanwälten verfolgt und mit Berufsverboten bedroht. Nach einer USA-Reise zieht Süssmuth vor dem Hintergrund der Aids-Katastrophe Bilanz.

"Ganz besonders in New York habe ich den Eindruck gewonnen, dass bei den dort vorhandenen Zahlen an Fixern in sozial äußerst schlechter Lage die dort laufenden Methadon-Programme sehr wichtig sind, zumindest einen Teil der 250.000 Abhängigen sozial zu integrieren, deren Kriminalität herabzusetzen und Beschaffungsprostitution zu vermindern."

Weiter: "Ich werde bei uns mit Befürworten und Gegnern einer erweiterten Methadontherapie diskutieren, ob die Indikation bei uns zu eng gestellt ist."

Bereits wenige Monate zuvor hatten Sozialbehörde und Ärztekammer in Hamburg ein Modellprojekt vereinbart. (HL)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Diese Aspekte schinden den Körper von Astronauten

Die Forschung auf der ISS liefert wichtige Erkenntnisse, ist aber Schwerstarbeit für den Organismus. Was passiert dabei mit dem Körper genau – und wozu das Ganze? mehr »

GBA warnt Spahn vor GKV-Systembruch

Der Versuch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bewertungsverfahren im Gemeinsamen Bundesausschuss zu umgehen, stößt auf massive Gegenwehr – nicht nur im GBA. mehr »

§219a – Eine Reform und ihr Preis

Nach dem Beschluss im Bundestag, dürfen Ärzte künftig darüber informieren, dass sie Abtreibungen anbieten. Doch glücklich ist mit dem Kompromiss niemand. Auch nicht mit der Studie zu den Folgen einer Abtreibung. mehr »