Ärzte Zeitung, 19.07.2012

Highlights 2003

Kabinett schafft den AiP ab

Kabinett schafft den AiP ab

Berlin, im November 2003. Das Bundeskabinett beschließt, den Arzt im Paktikum zum 1. Oktober 2004 abzuschaffen. Damit können junge Mediziner direkt nach ihrem Studium mit der Weiterbildung zum Facharzt beginnen.

"Durch die neue Approbationsordnung wird die Ausbildung der Ärzte praxisnäher, wir brauchen den Arzt im Praktikum nicht mehr", so Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

Das ist nur ein Teil der Wahrheit, denn wegen des EuGH-Urteils zur Arbeitszeit werden dringend Ärzte gebraucht. Der geringe Verdienst während AiP-Phase führte dazu, dass viele Ärzte auf alternative Tätigkeitsfelder auswichen.

"Es war schlicht unverschämt, ärztlichem Nachwuchs volle Arbeitsleistungen abzuverlangen, sie aber mit einem Hungerlohn von monatlich rund 1000 Euro brutto abzuspeisen."

Das habe zur Ärzteflucht geführt, kommentierte der damalige Vorsitzende des Marburger Bundes und heutige Präsident der Bundesärztekammer die von seinem Verband geforderte Abschaffung des AiP. 15 Jahre zuvor war der AiP von BÄK und MB goutiert worden.

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