ArztRaum, 29.07.2010

Stefan Ludes: Die Umgebung soll motivieren

Das Büro des Architekten ist seit 50 Jahren auf Bauten für Krankenhäuser spezialisiert.

Das Büro Stefan Ludes Architekten mit Hauptsitz in Berlin und Niederlassungen in München und Halle blickt in zweiter Generation auf eine 50-jährige Geschichte zurück. Mit mittlerweile mehr als 80 Mitarbeitern hat es sich zu einem der führenden Büros für Bauten im Gesundheitswesen in Deutschland entwickelt. Das Aufgabenspektrum umfasst von Pflegeeinrichtungen für behinderte und alte Menschen bis zum universitären Hochschulbau alle Facetten des Themas. Inhaber Stefan Ludes studierte neben Architektur auch Bildhauerei und setzt auf eine nachhaltige Ästhetik, auf Bauten, die im konzeptionellen Anspruch kaum mit den funktionalen Zweckbauten vergangener Jahre zu vergleichen sind. Diesen Anspruch transportieren das Neurozentrum Kiel, die Kinder- und Jugendpsychiatrie Rostock, das Helios-Klinikum Bad Saarow und auch das Ärztehaus mit MVZ in Ingolstadt (siehe Interview). Der Diplom-Ingenieur will Orte schaffen, an denen Menschen arbeiten, leben und genesen, und eine Architektur, die sie hierin unterstützt.

Die Architektur soll den Patienten die Angst nehmen

"Die Qualität von Architektur und Gestaltung bemisst sich im Gesundheitswesen auch daran, ob es ihr gelingt, eine Umgebung zu schaffen, die für den Patienten Angst, Hilflosigkeit und Verunsicherung lindert. Und für Ärzte und Pfleger eine motivierende Umgebung schafft", sagt der Architekt aus dem nordrhein-westfälischen Dorsten mit Wahlheimat Berlin. Und wie setzt er diesen Anspruch um? "Im Mittelpunkt steht für unser Büro die Harmonisierung von ästhetischen Ansprüchen, prozessoptimalen Strukturen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen", so Ludes.

www.ludes-architekten.de

Tipps für Bauherren

  • Damit die Kommunikation klappt, kann man mit dem Architekten zu Beginn einer Maßnahme einen Workshop durchführen: Was hat man für Vorstellungen? Welche Kriterien sollen erfüllt werden? Auch mal einen Schritt zurücktreten und versuchen, mit Distanz auf das Projekt zu schauen.
  • Die Startphase eines Projekts ist die intensivste Phase, dafür sollten Bauherren unbedingt genügend Zeit einplanen.
  • Pro-Listen erstellen: Was ist mir besonders wichtig, welche Aspekte können dahinter zurücktreten?
  • Für den Meinungsbildungsprozess kann es sehr hilfreich sein, zu bereits realisierten Objekten zu reisen. Sich unterschiedliche Projekte anschauen und sich dadurch inspirieren lassen. Das können Architekten und Bauherrn auch gern gemeinsam unternehmen.

Lesen Sie dazu auch:
Interview: "Die Psyche steht im Mittelpunkt"

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