Ärzte Zeitung online, 14.10.2010

Interview

"Ökologische Möbel werden bald zum Standard gehören"

Hendrik Hund spricht für 64 deutsche Hersteller zum Kaufargument Nachhaltigkeit.

"Ökologische Möbel werden bald zum Standard gehören"

Hendrik Hund von Hund Büromöbel ist Vorsitzender des bso Verbands Büro-, Sitz- und Objektmöbel e. V.

© privat

ArztRaum: Was tut die Branche, um Möbel umweltverträglicher zu machen?

Hendrik Hund: Schon in den Achtzigern haben viele Hersteller Verbundmaterialien aufgegeben und auf sortenreine Materialien gesetzt.

Der Verbraucher kann sich so auch über den Produktlebenszyklus hinaus sicher sein, dass problemlos recycelt werden kann. Zudem kommen Kunststoffe wie ABS und PP zum Einsatz, die gut zu entsorgen sind. PVC hat eher ausgedient.

ArztRaum: Sollten sich umweltbewusste Käufer besser für Massivholzmöbel entscheiden?

Hund: Lange Jahre mussten es Massivholzmöbel sein. Heute wissen wir, dass es Unsinn ist, allein auf Vollholz zu setzen. Denn Späne, die ja oft aus recyceltem Holz stammen, könnten dann gar nicht aufgearbeitet werden. Zudem wäre etwa eine Massivholztür kein langlebiges Produkt - in Bereichen mit erhöhter Luftfeuchtigkeit würden sie sich bald verziehen.

ArztRaum: Wie erkennen Käufer, ob Möbel tatsächlich nachhaltig produziert wurden?

Hund: Das ist noch schwierig. Doch die Branche hat insgesamt einen relativ hohen Standard erreicht. Zudem forciert der bso gerade ein Label auf europäischer Ebene, das weniger marketingals vielmehr verbrauchertorientiert ausgerichtet ist:

Holz muss aus nachhaltigem Anbau stammen, Kunststoffe oder Metalle müssen sortenrein recycelt werden können, das Produkt darf nicht mittels Kinderarbeit hergestellt sein, um das Wichtigste zu nennen. Denn für den Käufer zählt neben dem ökologischen auch der wirtschaftliche Aspekt:

Nicht nachhaltige Büros sind bald nicht mehr viel wert, und in Sachen Nachhaltigkeit zertifizierte Möbel werden in Europa bald Standard sein.

ArztRaum Nr. 3/2010 als PDF zum Download

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