Ärzte Zeitung online, 09.12.2010

Die Technik unsichtbar machen

Wie gehen Inneneinrichter mit den notwendigen Bürogeräten in Praxen und Kliniken um? Die Architektin Angela Fritsch aus Darmstadt weiß, wo der Kabelsalat und klobige Bildschirme am besten untergebracht sind.

Von Michael Brüggemann

Die Technik unsichtbar machen

Kinderkliniken Prinzessin Margaret in Darmstadt: Im Andachtsraum ist die Licht- und Tontechnik unauffällig in die Decke und die Wand integriert.

© Dieter Leistner

ArztRaum: Wie halten Sie es mit den Bürogeräten in Arztpraxen und Kliniken: zeigen oder verstecken?

Angela Fritsch: Ganz ehrlich: Die Technik möchte ich dort am liebsten nicht sehen. Mir geht es darum, eine ruhige, angenehme Atmosphäre zu erzeugen. Dazu gehört auch optische Ruhe. Kabel und Bürogeräte stören da nur.

ArztRaum: Wo sollten Bürogeräte besser unsichtbar bleiben?

Die Technik unsichtbar machen

"Zu angenehmer Atmosphäre gehört optische Ruhe."

© Angela Fritsch, Dipl.-Ing. Architektin, Darmstadt

Angela Fritsch: An Empfangstheken. Sie bestimmen den ersten Eindruck - und der soll Wärme vermitteln und das Gefühl: Hier bin ich gut aufgehoben. Gleichzeitig brauchen die Arzthelferinnen einen sichtgeschützten Bereich, wo sie Geräte und Unterlagen griffbereit haben.

ArztRaum: Mit welchen Mitteln verstecken Sie die Technik?

Angela Fritsch: Hinter einer hochgezogenen Sichtblende aus Holz. Darüber sitzt meist eine Auflage aus Glas oder Metall, auf der die Patienten unterschreiben oder ihre Tasche ablegen können. So hat jeder seinen Bereich, trotzdem bleibt der Blickkontakt zwischen Patient und Arzthelferin bestehen. Das ist ganz wichtig, auch in Besprechungszimmern.

ArztRaum: Warum?

Angela Fritsch: Während der Arzt mit dem Patienten redet, tippt er seine Daten in den Rechner ein. Dabei sollte ein Gefühl von Vertrauen und Nähe entstehen. Das funktioniert aber nicht, wenn ein Computer die Sicht aufeinander versperrt. Eine schöne Lösung für das Problem ist ein zusätzliches Sideboard, das neben Arzt und Patient verläuft und auf dem PC und Telefon stehen. So bleibt der Schreibtisch frei von Bürogeräten.

ArztRaum: Und es sieht besser aus …

Angela Fritsch: Ja, der Schreibtisch fällt so weniger wuchtig aus, das nimmt Distanz. Ich möchte für Patienten, Ärzte und Mitarbeiter eine harmonische Umgebung schaffen. Wenn sie dauernd auf Kabel schauen, stört das nur.

ArztRaum: Wo verstecken Sie Kabel?

Angela Fritsch: Entweder in Bodenkanälen, direkt unter dem Schreibtisch. Dazu muss man aber wissen, wo der Tisch später stehen soll. Oder in Brüstungskanälen: Von dort laufen die Kabel dann allerdings kreuz und quer zum Schreibtisch. Wenn möglich, sind Bodenkanäle die bessere Wahl.

ArztRaum: Wie integrieren Sie wuchtige Bürogeräte?

Angela Fritsch: Im Ärztehaus 1 im Alice-Hospital in Darmstadt etwa, wollte ein Arzt seine klobigen Röhrenbildschirme behalten. Also haben wir in die Schreibtischplatte ein Loch geschnitten und darunter eine flache Holzkiste mit Lüftungsöffnungen montiert. Die Monitore wurden um eine Handbreite in der Theke versenkt und ragen jetzt nicht mehr über die Sichtblende. Mit einer pfiffigen Planung lässt sich jedes Gerät integrieren!

Der vollständige Artikel in der aktuellen Ausgabe von ArztRaum Nr. 4_2010, Seite 10

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