Ärzte Zeitung online, 02.07.2010
 

Soziales Engagement wird beim DFB groß geschrieben

Soziales Engagement wird beim DFB groß geschrieben

Nothilfe, Gewaltprävention, Integration, Toleranz und Fair-Play - das soziale Engagement des Deutschen Fußball-Bundes ist breit gefächert und reicht weit über die Grenzen Deutschland hinaus.

Von Pete Smith

Soziales Engagement wird beim DFB groß geschrieben

Auch auf dem "schwarzen Kontinent" ist der DFB mit zahlreichen Projekten sozial engagiert.

© PanoramiC / imago

Seit mehr als 50 Jahren unterstützt der DFB Projekte und Initiativen im In- und Ausland und hat dafür in den vergangenen 35 Jahren 15 Millionen Euro investiert. Wichtiger noch als das Geld ist jedoch das Engagement der Menschen - Spieler, Trainer, Ehemalige und Funktionäre - die sich persönlich für benachteiligte Menschen in unserer Gesellschaft einsetzen.

1955 gründete der DFB ein Sozialwerk, das zunächst in Not geratene Mitglieder, insbesondere verletzte Spieler und deren Familien, unterstützen sollte. Später half man auch Bedürftigen außerhalb des Fußballgeschehens. Die Arbeit des Sozialwerks führt die 1976 ins Leben gerufene Sepp-Herberger-Stiftung fort. Sie unterstützt Projekte im Schul- und Behindertenfußball sowie in der Resozialisierung von Straftätern durch Fußball. Egidius Braun, bis 2001 DFB-Präsident, weitete das soziale Engagement seines Verbandes in den 1980-er Jahren aus: DFB-Jugendwerk, Sportförderverein, Daniel-Nivel-Stiftung und die Mexiko-Hilfe für Not leidende Kinder gehen auf seine Initiative zurück. Heute werden die wohltätigen Aktivitäten des DFB in den beiden großen Stiftungen - der Sepp-Herberger-Stiftung und der Egidius-Braun-Stiftung - gebündelt. Darüber hinaus verteilt man einen großen Teil der Einnahmen etwa durch Benefizspiele direkt an karitative Einrichtungen.

Traditionell veranstaltet der DFB vor jedem großen Turnier ein Benefizspiel. Im Vorfeld der WM trat die Nationalmannschaft gegen Malta an. Die Spielstätte Aachen hatten die Verantwortlichen mit bedacht gewählt, denn Aachen ist der Heimatort von DFB-Ehrenpräsident Braun. Das Engagement des 85-Jährigen lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel in den höchsten Tönen. "Egidius Braun", bekannte Merkel bei einem Besuch in Aachen, "war für mich immer eine wunderbare Persönlichkeit, die nicht nur für den Fußball viel bewirkt hat, sein soziales Engagement ist beispielhaft." So war es nur folgerichtig, den Erlös des Malta-Spiels -rund fünf Millionen Euro - zum großen Teil der Egidius-Braun-Stiftung zukommen zu lassen.

Der deutsche Fußball und seine prominentesten Vertreter engagieren sich dort, wo Menschen Hilfe bedürfen. Im Vorfeld des Malta-Spiels beispielsweise weihten die Nationalspieler Lukas Podolski und Simon Rolfes in Eschweiler einen mobilen Soccer-Court ein, der künftig in der Sozialarbeit der Stadt eingesetzt werden soll. Die Aktion fand im Rahmen der 2009 ins Leben gerufenen DFB-Kampagne "Kinderträume 2011" statt, die allein in diesem Jahr 60 Projekte, oft für schwer kranke Kinder, unterstützt. Rolfes, der aufgrund einer Verletzung die WM in Südafrika absagen musste, besuchte stattdessen als Vertreter der Nationalmannschaft und seines Heimatvereins Bayer 04 Leverkusen das Kinderhospiz Balthasar in Olpe, um auch dort Kinderträume wahr werden zu lassen.

Einen weiteren Schwerpunkt legt der DFB auf die Gewaltprävention. "Fair ist mehr" lautet das Motto, unter dem sich der Verband auch international für ein friedliches Miteinander der Fans einsetzt. Toleranzbotschafter wie die (ehemaligen) Nationalspieler Patrick Owomoyela und Mats Hummels engagieren sich auch außerhalb der Fußball-Stadien für Völkerverständigung und gegen Fremdenfeindlichkeit.

Die Bundesliga-Stiftung schließlich, die im vergangenen Jahr von der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL) und dem Ligaverband e. V. gegründet wurde, legt den Fokus ihres Engagements auf den WM-Ausrichter Südafrika. Sie unterstützt etwa das von der Hilfsorganisation Care ins Leben gerufene Projekt "Kick it! Choose Life", das südafrikanischen Kindern und Jugendlichen durch sportliche Aktivitäten eine Alternative zum Leben auf der Straßen bieten soll und in einem Betreuungsprogramm Kinder über die Gefahren von Aids, Drogenmissbrauch und Kriminalität aufklärt. Gemeinsam mit anderen europäischen Fußball-Ligen setzt sich die Bundesliga zudem für die gerade erst gestartete Kampagne "The 1billionhungry project" ein, die den Hunger auf der Welt, vor allem in Afrika, bekämpfen will.

Weitere Berichte zur FIFA WM 2010 und Informationen zum WM-Tippspiel finden Sie auf unserer Sonderseite

[02.07.2010, 17:14:09]
Olaf Harmuth 
Sportliche Premiumpartner des DFB
All diese Aktivitäten und speziell der persönliche Einsatz vieler Verantwortlicher verdient große Anerkennung und Respekt.

Zu den Premium Partnern des DFB gehört allerdings auch eine Brauerei. Alkohol sollte im Spitzensport, schon gar nicht bei unserer Nationalmannschaft eine Plattform erhalten. Leistungssport und Alkohol sind bekanntlich Gegenspieler. Eine Kampagne, wie "Keine Macht den Drogen", welche der DFB vor einigen Jahren propagierte, verliert so an Glaubwürdigkeit.

Es gilt zu hinterfragen woher der DFB das Geld für die sozialen Projekte nimmt. Kommt es von Brauereien und Coca-Cola (ebenfalls Premium-Partner), die sich ein sportliches Image erkaufen wollen, dann bleibt bei allen positiven Aktivitäten des DFB ein bitterer Beigeschmack. zum Beitrag »

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