Ärzte Zeitung, 13.07.2010

Katzenmeiers WM-Notizen

Mit Hufeisen, ohne Hufeisen

Mit Hufeisen, ohne Hufeisen

Adolf Katzenmeier war von 1963 bis 2008 Physiotherapeut beim DFB. Seit 1974 war er für die A-Nationalmannschaft zuständig. Er hat an sieben Welt- und vielen Europameisterschaften teilgenommen.

© ActionPictures / imago

Was für eine unglaubliche Teamleistung der deutschen Mannschaft! Absolut bemerkenswert, wie die Jungs auf den Rückstand gegen Uruguay reagiert und das Spiel gedreht haben. Ein Supererfolg! Auch wenn man zum Schluss merkte, dass vor allem einigen jungen Spielern aus verständlichen Gründen die Kraft fehlte.

Ich habe von zu Hause aus die Daumen gedrückt. Vier Jahre vorher hatte ich noch mit einem Talisman versucht, dem Glück ein wenig nachzuhelfen. Und das kam so: Noch zu Zeiten von Berti Vogts hatte ich bei einer Südamerika-Reise der Nationalmannschaft ein Hufeisen geschenkt bekommen. Jahre später, vor dem ersten Spiel bei der WM 2006 in Deutschland, habe ich dieses Hufeisen dann unserem Teammanager Jürgen Klinsmann als Glücksbringer geschenkt. Jürgen war an diesem Abend in unserem Berliner Mannschaftshotel richtig gerührt.

Das Sommermärchen 2006 - wer kann sich nicht erinnern? Fast alle Spiele des Turniers liefen, wie wir es uns gewünscht hatten - dann verloren wir unglücklich das Halbfinale gegen Italien. Nach dem tollen Sieg im Spiel um den dritten Platz gegen Portugal - vergleichbar mit dem 3:2 unserer Elf am Samstag gegen Uruguay, verriet mir Jürgen dann etwas über die Zukunft des Glücksbringers. "Ich nehme das Hufeisen mit in die USA, lasse es versilbern, stelle es an einen Ort, wo es immer zu sehen ist", sagte er.

Unsere Jungs und Trainer Jogi Löw haben in Südafrika auch ohne Talisman überzeugen können. Diese junge Mannschaft hat extrem viel Potenzial. Wenn die Truppe im Kern zusammen bleibt, werden die Jungs uns allen noch sehr viel Freude bereiten.

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