Ärzte Zeitung online, 12.03.2011

Radioaktivität in Deutschland - Daten von 1800 Sonden online einsehbar

BERLIN (dpa). Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betreibt 1800 Messsonden, die die Radioaktivität in Deutschland messen. Sie könnten auch frühzeitig eine mögliche erhöhte Radioaktivität aus dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima erfassen.

Radioaktivität in Deutschland - Daten von 1800 Sonden online einsehbar

Das Bundesamt für Strahlenschutz stellt Daten von 1800 Sonden online, die Radioaktivität in Deutschland messen.

© BfS

Zudem gibt es ein hochsensibles Vorwarnsystem auf dem Schauinsland bei Freiburg. Diese Messstation für atmosphärische Radioaktivität kann laut BfS feinste Konzentrationen von Radioaktivität in der Atmosphäre aufspüren.

"Das Bundesamt für Strahlenschutz hat entsprechende Messtechnik in ganz Deutschland, die es ermöglichen, frühzeitig Radioaktivität zu erkennen", sagte BfS-Sprecher Florian Emrich der dpa. Die Bürger könnten rund um die Uhr aktuelle Daten auf der Homepage einsehen.

Die Mitgliedsländer der internationalen Verträge zum Betrieb von Atomkraftwerken sind verpflichtet, Zwischenfälle oder meldepflichtige Ereignisse der Stufe 2 (Störfall) oder größer auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) zu melden.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) ist laut BfS erster Ansprechpartner für Zwischenfälle in Kernkraftwerken anderer Länder. Von dort gehen die Informationen weiter an die anderen Länder, in Deutschland als erstes an das Bundesumweltministerium. Das BfS ist dem Ministerium untergeordnet.

Das BfS betont, dass für den Fall des Austritts von Radioaktivität in Asien Messstationen vorhanden sind, die international vernetzt sind. Wenn Radioaktivität austreten sollte, sei Japan aufgrund internationaler Verträge verpflichtet, dies an die IAEA zu melden. Die IAEA gebe die Informationen an die anderen Länder weiter.

Der Ausfall der gesamten Stromversorgung und des Kühlsystems im Atomkraftwerk Fukushima und ein Rückgriff auf eine Batterieversorgung könnte nach Ansicht von Experten mindestens als Störfall eingestuft werden - wenn es nicht zur Kernschmelze kommt. Die höchste Stufe ist die 7, ein katastrophaler Unfall. In diese Stufe ordneten die Experten bislang nur das schwere Unglück von Tschernobyl 1986 ein.

Messedaten zu Radioaktivität in Deutschland online
Internationale Atomenergiebehörde (IAEA)

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