Ärzte Zeitung online, 14.03.2011

IPPNW: Atomkraftwerke abschalten - und zwar weltweit!

Die Angst vor dem "GAU" geht um: Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan sind drei Atomkraftwerke zu Störfällen geworden - mit unabsehbaren Folgen. Für die Ärzteorganisation IPPNW lautet das Fazit deswegen: Atomkraftwerke abschalten, und zwar weltweit.

IPPNW: Atomkraftwerke abschalten - und zwar sofort und weltweit!

Professor Ulrich Gottstein

© Nößler

FRANKFURT/MAIN (nös). Die Störfälle in drei japanischen Atomkraftwerken bestätigen nach Ansicht der deutschen Sektion der "Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges", kurz IPPNW, die schlimmsten Befürchtungen der Kernkraftkritiker.

"Jahrelang haben wir vorausgesagt, dass so etwas passieren kann", sagte Professor Ulrich Gottstein der "Ärzte Zeitung" am Rande einer IPPNW-Veranstaltung am Sonntag in Frankfurt. Der 84-Jährige Internist ist Gründungsmitglied der deutschen IPPNW-Sektion und Ehrenvorstand.

Gottstein: "Es hat sich wieder einmal bewahrheitet, dass es erst einen Unfall braucht, um die Menschen von den Gefahren zu überzeugen." Dieser Umstand und die Situation in Japan erfüllten ihn mit großer Trauer.

Gemeinsam mit anderen Vereinsmitgliedern war Gottstein am Samstag von der Jahreshauptversammlung zu einer spontanen Demonstration aufgebrochen. In der Frankfurter Innenstadt mahnten sie: "Gestern Tschernobyl, heute Fukushima, morgen Biblis."

Doch so weit dürfe es nicht kommen, fordert der Medizinprofessor im Ruhestand: "Die Politik des Ausstiegs aus dem Ausstieg muss endlich ein Ende haben." Die deutschen Kernkraftwerke müssten endlich abgeschaltet werden.

"Uns ist klar, dass das nicht von heute auf morgen möglich ist", sagt ein nachdenklicher Gottstein. Aber beginnen könne man doch schon mal mit dem Kernkraftwerk im südhessischen Biblis.

Das ist der deutschen IPPNW seit Jahren ein Dorn im Auge. Die Aktivisten beklagen erhebliche Sicherheitsmängel an den Anlagen. Im Jahr 2005 beantragte IPPNW eine Stilllegung und zog später sogar vor den hessischen Verwaltungsgerichtshof.

Nun wird die Organisation in einer offiziellen Stellungnahme noch deutlicher: "25 Jahre nach Tschernobyl fordert IPPNW die weltweite Abschaltung aller Atomkraftwerke. Die Risiken sind auch bei den angeblich sicheren Atomkraftwerken der westlichen Welt nicht beherrschbar."

Untermauert werden diese Zweifel durch jüngste Äußerungen des japanischen Premierministers Naoto Kan mit Blick auf die Störfälle in den japanischen Atomkraftwerken: "Ein Erd-beben dieser Stärke haben wir nicht vorausgesehen". IPPNW-Gründungsmitglied Gottstein stockt, ihm fehlen beinahe sämtliche Worte: "Unglaublich!"

Doch er sieht Chancen, dass nach Fukushima ein Umdenken einsetzt. Umfragen zeigten regelmäßig die wachsende Skepsis in der Bevölkerung gegenüber der Atomkraft. Bundesumweltminister Norbert Röttgen habe am Wochenende bereits von einer „Zäsur“ gesprochen. Und selbst die Kanzlerin sagt, dass man jetzt „nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“ könne.

Und auch die Ärzteschaft müsse laut Gottstein nun Farbe bekennen. Zu lange habe sie geglaubt, die Gefahren der Atomkraft seien beherrschbar, kritisiert der ehemalige Chefarzt der Medizinischen Klinik des Frankfurter Bürgerhospitals.

Zum Special "Katastrophe in Japan"

[25.07.2014, 18:06:14]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Ich hoffe ein medizinisches Blatt wie die Ärztezeitung nimmt "IPPNW" nicht ernst.
Die lügen so dreist, dass man sie strafrechtlich verfolgen müsste.
Wer permanent von "Strahlentoten" redet, muss sie langsam auch mal nachweisen können.
In Fukushima gibt es bis heute KEINEN EINZIGEN,
eine Beleidigung für die vielen "anderen" Toten beim diesem Naturereignis.
Diese Organisation sollte sich vor allem nicht "Ärzte" nennen dürfen.
Sonst werden wir alle noch für Idioten gehalten. zum Beitrag »
[14.03.2011, 12:38:05]
Alfred Besand 
Erst Japan und dann die ganze Welt
Unsere im Moment verantwortlichen Politiker meinen so eine Katastrophe wie in Japan kann bei uns nicht passieren.
Bei uns gäbe es weder solche starke Erdbeben noch Tsunamis.
Auch unsere Japanischen Freunde hätten nie angenommen das es ein solches Erdbeben mit dieser Stärke jemals geben werde. Es passierte doch. Was kann denn alles noch bei uns passieren was heute noch keinem
bekannt ist? Wir können nicht darauf bauen es wird schon gut gehen bei uns passiert ja nichts und wenn doch,dann kann es nicht nur zu spät sein, nein es wird dann zu spät sein.

Hoffentlich lernen die Politiker aus der Katastrophe in Japan,aber nicht nur die,auch die Politiker in der ganzen Welt sollten Umdenken.

Wie wir sehen ist die Atomkraft nicht beherrschbar.
Also bleibt nur der Ausstieg.

An alle Regierungen der Welt schaltet diese AKW ab bevor alles auf der Welt vernichtet wird.

Was ist Wohlstand? "wenn die Gesundheit darunter leidet oder sogar alles Leben auf Erden ausgelöscht wird".

Prävention und Ernärung gehört zu unserer Gesundheit, Prävention ist aber auch "Unheil" von uns Menschen abzuwenden, und deshalb der Ausstieg aus der Kenenergie.

Solidarität mit Japan sollten wir alle zeigen und wenn es nur ein ganz kleiner Aufruf an die Verantwortlichen aller Staaten ist.
Wir sollten nicht davon ausgehen, das Japan weit weg ist und Denken, uns kann ja nichts passieren.

Ärzteberatung Mainz
Alfred Besand
 zum Beitrag »
[14.03.2011, 10:50:53]
Alfred Besand 
Katastrophe in Japan wo ist die Sicherheit? die immer vorhergesagt wurde !
Es gibt nicht nur Erdbeben oder Tsunamis,auch ander Katastrophen an die man kaum glaubt aber eintreten können. Auch Japan ist nicht davon ausgegangen dass es ein Erdbeben in einer solchen Stärke jemals gäbe.

Hoffentlich lernt nicht nur Deutschland, aus der Katastrophe in Japan, sondern die ganze Welt.

Wie wir sehen ist die Atomkraft nicht beherrschbar.
Also bleibt nur der Ausstieg.
An alle Regierungen der Welt schaltet diese AKW ab bevor alles auf der Welt vernichtet wird.

Was ist Wohlstand, wenn die Gesundheit darunter leidet oder sogar alles Leben auf Erden ausgelöscht wird.

Prävention und Ernärung gehört zu unserer Gesundheit, Prävention ist aber auch "Unheil" von uns Menschen abzuwenden, und deshalb der Ausstieg aus der Kenenergie.

Solidarität mit Japan sollten wir alle zeigen und wenn es nur ein ganz kleiner Aufruf an die Verantwortlichen aller Staaten ist.
Wir sollten nicht davon ausgehen, das Japan weit weg ist und Denken, uns kann ja nichts passieren.

Ärzteberatung Mainz
Alfred Besand zum Beitrag »
[14.03.2011, 10:20:21]
Dr. Joachim Malinowski 
AKW wieder im Bewußtsein...
Es ist traurig und typisch für den Menschen, dass reale Alltagsgefahren immer wieder aus dem Bewußtsein gleiten, bis......... bis eine erneute Katastrophe geschieht.
Nun sind ca. 600 Tsd. Menschen ohne Unterkunft, d.h. auch ohne Sanitäreinrichtungen, gesicherter Nahrung und Trinken. Jeder kann sich für nun (erneut)überlegen, was das heißt.

Und das ist erst der Anfang. Es besteht sofort die Gefahr von Durchfallerkrankungen und Seuchen bei verdrecktem "Trinkwasser", alles schon da gewesen (s. Haiti etc.).

AKWs machen nun einmal immer g r o ß e Katastrophen, wenn es dazu kommt. Das ist der Nachteil der zentralen Energieproduktion. Und natürlich sind die Betreiber s o f o r t hilflos, haben noch nicht einmal für die umliegende Bevölkerung lebensnotwendige Güter (Trinken, Essen, Unterkunft etc.) eingelagert bzw. organisiert, obwohl jährlich Milliarden Gewinne eingefahren wurden.

Ich plädiere für eine sofortige Inverantwortungsnahme der Betreiber, die jetzt bitteschön auch die durch ihre Technik hervorgerufenen Schäden zu regulieren haben.

Mittelfristig ist die AKW-Technik und ähnliche Großtechnik (Kernfusion u.a.) auf diesem Planeten einfach zu inadequat weil zu anfällig. Die Lösung liegt in der dezentralen Energieherstellung, die konsequent ausgebaut werden muss.

Es kann doch nicht sein, dass aktuell Windmühlen vom Netz genommen werden (bei Starkwind) mit dem Argument, dass die Netze den Strom nicht mehr aufnehmen könnten. Die AKWs müssten dann runtergefahren werden zugunsten der erneuerbaren Energien.

Unser Planet könnte ein soviel besserer Ort werden und sein, wenn die Profitgier der Mächtigen und die unglaubliche Dummheit einiger Entscheidungsträger nicht wäre. Ganz sicher könnten wir diesen Planeten mit alternativen Energien sicher und genauso gut wie heute suffizient versorgen.

Jetzt gibt es erst einmal viele Tote, verseuchte Lebensmittel und Trinkwasser, und das über viele Jahrzehnte. Es kommt auch zu uns nach Europa, so oder so.

Wir müssen umdenken, Superprojekte vermeiden wegen der zu erwartenden kleineren Schäden im Falle einer Naturkatastrophe. Solarzellen und Windmühlen verseuchen ganz sicher nicht unsere Nahrung und führen auch nicht zu einer Massenevakuierung!

Es ist so vieles im Argen, dass einem davon übel wird! Andere sterben gerade.


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