Ärzte Zeitung online, 19.03.2011

Radioaktives Iod im Trinkwasser Tokios

Radioaktives Iod im Trinkwasser Tokios

TOKIO (dpa). Im Trinkwasser von Tokio sind Spuren von radioaktivem Jod aufgetaucht. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag mit Verweis auf die japanische Regierung.

Auch in der Provinz Gunma seien "sehr geringe Mengen von radioaktivem Material" im Trinkwasser gefunden worden, schreibt die Agentur Jiji Press. Die Präfektur grenzt an die Provinz Fukushima, in der Kernreaktoren außer Kontrolle geraten sind.

Es blieb unklar, wie die radioaktiven Partikel über die Distanz in das Trinkwasser von Gunma gelingen konnten und ob sie überhaupt aus dem AKW Fukushima stammen. Denn radioaktive Substanzen werden etwa auch in der Industrie, Krankenhäusern und Laboren verwendet.

Die radioaktive Strahlung in Trinkwasserproben von Gunma sei weit unter den japanischen Grenzwerten, teilte die Provinzregierung von Gunma mit. Es sei kein Problem, das Wasser zu trinken, schrieb Jiji Press. Die Radioaktivität "könnte" vom Unfall in der Nachbarprovinz Fukushima stammen, mutmaßte die Agentur.

Die Proben von Gunma vom Freitag enthielten laut Jiji Press eine Aktivität für Iod-131 von 2,5 Becquerel (Bq) pro Kilogramm Wasser, 0,22 Bq/kg H2O für Cäsium-137 und 0,16 Bq/kg H2O für Cäsium-134.

Für das belastete Wasser in Tokio gab es zunächst keine Angaben. Zum Vergleich: Die EU-Grenzwerte für Milch und Säuglingsnahrung liegen deutlich höher - bei 370 Becquerel (Cäsium-134 und Cäsium-137) pro Liter bzw. Kilogramm.

Topics
Schlagworte
Japan (439)
Ernährung (3673)
Wirkstoffe
Iod (16)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Frühstück zu verzichten erhöht Diabetes-Gefahr

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Grünes Licht für die MWBO-Novelle

Weniger Richtzeiten und kompetenzbasiertes Lernen: Der Vorstand der Bundesärztekammer hat die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung beschlossen. mehr »

Verdacht auf Kindesmisshandlung? Das sollten Ärzte dann tun

Haben Ärzte den Verdacht, dass ein Kind vernachlässigt, misshandelt oder gar missbraucht wird, sollten sie umgehend tätig werden. Wie sie vorgehen sollten, erläutert Oliver Berthold, Leiter der Kinderschutzambulanz in Berlin. mehr »