Ärzte Zeitung, 07.04.2011

SOS-Kinderdorf in Fukuoka will Vollwaisen versorgen

SOS-Kinderdorf in Fukuoka will Vollwaisen versorgen

Japanische Behörden bitten die Hilfsorganisation SOS um die Aufnahme von Katastrophenopfern in Südjapan.

Von Matthias Wallenfels

MÜNCHEN/FUKUOKA. Der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer liegt eine Anfrage japanischer Behörden vor, Kinder, die durch Erdbeben und Tsunami im Nordosten des Landes von ihren Angehörigen getrennt geworden sind, für einen längeren Zeitraum im SOS-Kinderdorf im südjapanischen Fukuoka unterzubringen.

Wie Louay Yassin, Sprecher der Organisation, auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" erläuterte, sei das landesweit einzige und erst im vergangenen Jahr eröffnete SOS-Kinderdorf in der Präfektur Fukuoka bereit, Opfer aus dem mehr als 1000 Kilometer entfernten Katastrophengebiet rund um Fukushima aufzunehmen.

Wie Yassin betont, seien die Modalitäten des Hilfsangebotes derzeit noch vollkommen unklar. Nach Informationen der japanischen Behörden gegenüber SOS sei noch unklar, wie viele Kinder unbegleitet oder gar verwaist sind. Klar sei nur, dass sich das Team im SOS-Kinderdorf in Fukuoka nun intensiv auf sowohl kurz-, als auch langfristig angelegte, psychologische Unterstützung der traumatisierten Kinder und - falls noch vorhanden -auch deren Angehörigen vorbereitet.

Kinder bleiben in Japan

Wie Yassin weiter ausführte, hielten sich auch die SOS-Kinderdörfer in der Nachbarschaft Nippons bereit, Mütter mit Kindern über einen längeren Zeitraum hinweg aufzunehmen. Die SOS-Lokalitäten befinden sich beispielsweise in Südkorea, China, den Philippinen, Vietnam oder Thailand.

Die Aufnahme durch die Natur- und Nuklearkatastrophe verwaister Kinder in den Nachbarländern ist laut Yassin explizit nicht vorgesehen. Diese sollten ausschließlich im SOS-Kinderdorf in Fukuoka betreut werden, wie Yassin hervorhob.

Topics
Schlagworte
Japan (439)
Personen
Matthias Wallenfels (1019)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So hoch ist die Lebenserwartung in der Welt

Wer als Junge in Deutschland geboren wird, darf sich im Schnitt auf 78 Jahre freuen. Wie hoch ist die Lebenserwartung in anderen Ländern der Welt? Wir geben die Antwort. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »

Diabetes-Strategie zum Greifen nah

Der gezielte Kampf gegen Diabetes könnte schon bald konkrete Formen annehmen. Zum heutigen Welt-Diabetestag zeichnet sich zwischen Union und SPD ein Kompromiss für eine nationale Diabetes-Strategie ab. mehr »