Ärzte Zeitung online, 07.04.2011

Fukushima: Mit Stickstoff gegen Explosionsgefahr

TOKIO (dpa). Der Energiekonzern Tepco versucht weiterhin, mit Stickstoff die Gefahr einer Explosion im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima zu bannen.

Mehrere japanische Medien berichten, dass Arbeiter am Donnerstag Stickstoff in das Reaktorgehäuse von Kraftwerksblock 1 gefüllt hätten. Damit wollen sie verhindern, dass es in den zerstörten Reaktorgebäuden erneut zu Wasserstoff-Explosionen kommt, so wie kurz nach der Havarie geschehen.

Nach Mediengaben gab es keine Zwischenfälle, als damit begonnen wurde, den Stickstoff einzufüllen. Der Druck in dem Reaktorgehäuse sei wie erwartet leicht gestiegen. Auch in den Reaktorblöcken 2 und 3 werde Stickstoff noch eingefüllt, teilte Tepco mit.

Wie der Fernsehsender NHK berichtete, ist der Kühlwasserstand im Reaktorblock 1 nach wie vor niedrig, so dass sich die Brennstäbe gefährlich erhitzen. Dadurch könnte sich das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt haben. In diesem Fall stiege das Risiko einer Knallgasexplosion.

Becken mit Kernbrennstäben liegen nach wie vor offen

Mit Stickstoff lässt sich das gefährliche Gemisch verdünnen. Ebenso wie Tepco geht auch die japanische Atomsicherheitsbehörde NISA nicht davon aus, dass durch die Stickstoff-Zuführung große Mengen an radioaktivem Dampf aus dem Reaktorgehäuse strömen könnten.

Becken mit gebrauchten Kernbrennstäben liegen nach wie vor offen. Um sie zu kühlen, werden die Becken mit Wasser geflutet. Da dieses verseuchte Wasser überlaufen kann, muss das automatische Kühlsystem wieder in Gang gebracht werden.

Die Arbeiter können diese Maschinen jedoch wegen der extremen Verstrahlung nicht erreichen. Wie Kyodo berichtete, erwägt die Regierung, ein ferngesteuertes US-Flugzeug einzusetzen, um die extrem hohe Strahlung an den Abklingbecken der Reaktoren zu messen.

Zum Special "Katastrophe in Japan"

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