Ärzte Zeitung online, 08.04.2011

Heftiges Nachbeben schürt Sorge um Japans Atomkraftwerke

Bei Tageslicht werden die Schäden sichtbar, die das schwere Nachbeben in der Nacht zum Freitag in Japan verursacht hat. Den heftigen Erdstößen fielen vier Menschen zum Opfer. Und wieder gibt es Probleme in den Atomkraftwerken. Dieses Mal steht die Anlage in Onagawa im Fokus.

Heftiges Nachbeben schürt Sorge um Japans Atomkraftwerke

Das Kernkraftwerk in Onagawa steht im Fokus: Das schwere Nachbeben verursachte acht Lecks

© dpa

TOKIO (dpa). Nach dem neuen schweren Erdbeben in Japan richten sich die bangen Blicke auf das Atomkraftwerk Onagawa.

Wie der Fernsehsender NHK unter Berufung auf den Betreiber berichtete, schwappte bei den Erdstößen der Stärke 7,1 eine kleine Menge des leicht verstrahlten Wassers aus einem Becken für Brennstäbe. Außerdem seien Lecks an acht Stellen in der Anlage gefunden worden, hieß es.

Probleme mit dem Strom in mehreren Kernkraftwerken

Die Strahlung rund um den Meiler, 180 Kilometer nördlich vom Krisen-Atomkraftwerk Fukushima, sei aber nicht erhöht. In mehreren Kernkraftwerken im Nordosten des Landes gebe es Probleme mit dem Strom, die Notversorgung funktioniere aber.

Die Anlagen in Onagawa sind seit dem verheerenden Erdbeben der Stärke 9,0 und dem Tsunami vor vier Wochen abgeschaltet. Die Brennelemente müssen aber weiter gekühlt werden. Dafür wird Strom gebraucht.

NHK zufolge setzte die Kühlung nach dem Nachbeben kurzzeitig aus, sie funktioniert mittlerweile aber wieder. Teile der externen Stromversorgung seien ausgefallen, eine übriggebliebene Energiequelle versorge die Anlage aber ausreichend.

Notversorgung funktioniert

Probleme bereitet den Technikern in dem Werk des Betreibers Tohoku Electric Power offenbar neben den Lecks vor allem ein beschädigtes Teil in einem Turbinengebäude, das den Druck kontrollieren soll.

Im Atomkraftwerk Higashidori in der Präfektur Aomori und in der Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo die externe Stromversorgung unterbrochen. Die Notversorgung funktioniere aber an beiden Orten.

Das Katastrophen-Kraftwerk Fukushima Eins, das durch das Beben und den Tsunami am 11. März massiv beschädigt wurde, blieb diesmal verschont. Es habe keine neuen Schäden gegeben, teilte der Betreiber Tepco mit. Techniker kämpfen dort seit Wochen gegen einen drohenden Super-GAU.

Vier Tote und 140 Verletzte

Bei dem schweren Nachbeben seien mindestens vier Menschen gestorben und 140 weitere verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press.

Das Epizentrum lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS in einer Tiefe von etwa 40 Kilometern in der Präfektur Miyagi, 66 Kilometer östlich von Sendai, das bereits bei der Katastrophe am 11. März verwüstet worden war.

Behörden warnen vor weiteren Nachbeben

Die neuen Erdstöße lösten zahlreiche Brände aus. Straßen wurden gesperrt und Züge angehalten. Unzählige Haushalte waren ohne Wasser und Strom. Vereinzelt fielen Telefonnetze aus. Die Behörden warnten vor möglichen weiteren, schweren Nachbeben in der Region.

Unterdessen denkt die japanische Regierung darüber nach, die Evakuierungszone um den Katastrophenreaktor Fukushima zu erweitern. Japanische Medien berichteten, die Regierung könnte auch den Bewohnern außerhalb eines 30-Kilometer-Radius‘ um Fukushima raten, das Gebiet zu verlassen.

Zum Special "Katastrophe in Japan"

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[09.04.2011, 09:36:33]
Dr. Joachim Malinowski 
Aussitzen, den Kopf in den Sand stecken....
"...Unterdessen denkt die japanische Regierung darüber nach, die Evakuierungszone um den Katastrophenreaktor Fukushima zu erweitern. Japanische Medien berichteten, die Regierung könnte auch den Bewohnern außerhalb eines 30-Kilometer-Radius‘ um Fukushima raten, das Gebiet zu verlassen...."

Das sieht für mich nicht wie ein Nachdenken aus, sondern nach einem "Aussitzen" und "den Kopf in den Sand stecken".

Was muss noch geschehen, damit sich etwas grundlegend ändert?



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