Ärzte Zeitung online, 13.04.2011

Fukushima: Arbeiter pumpen weiter verseuchtes Wasser ab

Erneut haben Nachbeben die japanische Katastrophenprovinz Fukushima heimgesucht. Im havarierten Atomkraftwerk Fukushima geht indes der Kampf gegen einen möglichen Super-GAU weiter.

TOKIO (dpa). Mehrere Erdbeben haben am Mittwochmorgen japanischer Zeit Fukushima und die benachbarten Regionen erschüttert. Laut National Earthquake Information Center (NEIC) hatten sie Stärken zwischen 4,5 und 5,4.

Auch in der Hauptstadt Tokio gerieten wieder Häuser ins Schwanken. Welche Schäden verursacht wurden und ob Menschen verletzt worden sind, ist nicht bekannt.

Arbeiter pumpen weiterhin verseuchtes Wasser ab

Unterdessen geht der Kampf gegen den möglichen Super-GAU im zerstörten Kernkraftwerk Fukushima weiter. Arbeiter pumpten Medienberichten zufolge am Mittwoch weiter hochgradig verseuchtes Wasser am Reaktor 2 ab.

Mit Hilfe von Behelfspumpen leiten sie Wasser, das sich in einem Tunnelschacht des Reaktors angesammelt hat, in einen Auffangbehälter des Turbinengebäudes, wie die Nachrichtenagentur Jiji Press meldete.

Die verseuchten Brühe behindert offenbar die Bemühungen, die Reaktoren zu kühlen. Japan hatte am Vortag die Strahlengefahr genauso hoch eingestuft wie bei der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl vor 25 Jahren.

Die Regierung korrigierte ihre Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage im Land wegen der Katastrophe erstmals seit sechs Monaten nach unten. Das Erdbeben und der Tsunami vom 11. März hätten erhebliche Auswirkungen auf die wichtigen Exporte, die Produktion und den Privatverbrauch, hieß es am Mittwoch.

Toyota stellt Fertigung in fünf europäischen Werken ein

Der weltgrößte Autobauer Toyota muss wegen Engpässen beim Teilenachschub in Folge der Katastrophe die Fertigung auch an fünf europäischen Standorten vorübergehend einstellen.

Betroffen sind Montageanlagen und Motorfabriken in Großbritannien, Montagewerke in Frankreich und der Türkei sowie ein Motorenwerk in Polen betroffen. Der Betrieb werde zwischen dem 21. April und 2. Mai für fünf Tage ausgesetzt, hieß es.

Toyota hatte bereits zuvor angekündigt, Ende des Monats die Produktion in den meisten seiner 14 Werke in Nordamerika für vier bis fünf Werktage einzustellen.

Bisher greift Toyota auf seine Teilelager zurück. Die Teilelieferanten in der japanischen Heimat leiden jedoch weiter unter den Folgen der Katastrophe, was sich auf Toyotas Produktion auswirkt.

Flughafen Sendai wieder offen

Derweil gehen die Aufräumarbeiten in der Unglücksregion weiter. Der Flughafen Sendai nahm am Mittwoch wieder teilweise seinen Betrieb auf. Der Flughafen war vor gut einem Monat von dem Jahrhundert-Tsunami überschwemmt worden.

Die Wiedereröffnung des Flughafens macht es für Helfer aus dem Großraum Tokio und dem Westen des Landes einfacher, in die Unglücksregion zu gelangen.

Zum Special "Katastrophe in Japan"

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