Ärzte Zeitung online, 18.04.2011

Radioaktivität aus Japan lässt in Nordamerika nach

VANCOUVER (dpa). Gut fünf Wochen nach dem Reaktorunglück in Japan ist die Radioaktivität an der kanadischen Pazifikküste nach Angaben eines Experten wieder zurückgegangen.

Bei jüngsten Tests von frischer und homogenisierter Milch konnten keine Spuren von radioaktivem Jod-131 mehr nachgewiesen werden, sagte der deutsche Kernforscher Professor Jens Dilling der Nachrichtenagentur dpa.

Dilling ist der stellvertretende wissenschaftliche Direktor des kanadischen Nationallabors für Teilchen- und Atomphysik (Triumf) in Vancouver.

Spuren nur noch im Regenwasser

Nur noch im Regenwasser fand sein Labor nach eigenen Angaben Spuren des aus Fukushima entwichenen Isotops Jod-131, allerdings nur in einer Konzentration von 0,4 Becquerel pro Liter.

Das ist ein Drittel dessen, was eine Woche nach dem Unglück in Fukushima im tausende Kilometer entfernten Vancouver gemessen worden war. Die Westwinde hatten das radioaktive Jod von Japan über den Pazifik nach Nordamerika geweht.

Besserung auch in den USA

Auch in den USA sei die Radioaktivität wieder auf Normalwerte zurückgegangen, sagte Dilling. Das hätten ihm die Kollegen am Lawrence Berkeley National Laboratory (Kalifornien) kürzlich bei einem Treffen berichtet.

"Ich habe großes Vertrauen zu den Experten in Japan, dass sie das Richtige machen", sagte Dilling.

Seine Messungen ließen auch keinen Verdacht aufkommen, dass es in Fukushima, wie befürchtet, zu einer vollständigen Kernschmelze gekommen ist.

"Sonst hätten wir noch andere Isotope wahrnehmen müssen. Das haben wir aber nicht", sagte der Experte.

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