Ärzte Zeitung online, 27.04.2011

Fukushima-Arbeiterin bekommt dreifach überhöhte Strahlendosis ab

TOKIO (dpa). Eine Arbeiterin hat am zerstörten Atomkraftwerk Fukushima Medienangaben zufolge eine viel zu hohe Strahlendosis abbekommen.

Der Wert sei mit 17,55 Millisievert mehr als drei Mal so hoch wie der festgelegte Grenzwert von 5 Millisievert für einen Zeitraum von drei Monaten, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch (27. April ) den Betreiber Tepco.

Gemessen wurde der Wert bereits Ende März. Die Frau, die in den 50ern sei, habe derzeit keine gesundheitlichen Probleme.

Zwei weitere Frauen seien wohl ebenfalls einer Strahlendosis oberhalb des Grenzwertes ausgesetzt gewesen, hieß es unter Berufung auf die nationale Atomsicherheitsbehörde Nisa weiter.

30 Helfer mit sehr hoher Strahlendosis

Noch sei nicht geklärt, wie es zu der Verstrahlung kam. Möglicherweise hätten die Arbeiterinnen stark radioaktiv belasteten Staub eingeatmet, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji. Seit dem 23. März arbeiten demnach keine Frauen mehr an dem zerstörten Kraftwerk.

Vor einigen Tagen hatte Kyodo berichtet, dass es mittlerweile 30 Fukushima-Helfer gibt, deren Gesamtdosis bei mehr als 100 Millisievert liegt.

Erdschichten in Koriyama werden abgetragen

In der Stadt Koriyama in der Präfektur Fukushima wurde unterdessen damit begonnen, auf den Spielplätzen von Schulen und Kindergärten die oberste Erdschicht abzutragen. Die radioaktive Belastung des Bodens liege an vielen Stellen bei mehr als 3,8 Millisievert pro Stunde.

Die Stadt liegt etwa 50 Kilometer vom Unglücksreaktor entfernt. Mit der Aktion soll es den Kindern ermöglicht werden, zumindest zeitweise wieder draußen spielen zu dürfen.

Zum Special "Katastrophe in Japan"

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