Ärzte Zeitung online, 05.05.2011

Fukushima: Arbeiter wieder im verstrahlten Reaktorgebäude

Fukushima: Arbeiter wieder im Reaktorgebäude

Erstmals nach dem Beben vor knapp zwei Monaten haben Arbeiter das stark verstrahlte Gebäude von Reaktor 1 im zerstörten japanischen Atomkraftwerk Fukushima Eins betreten. Sie sollen ein Kühlsystem installieren - dürfen aber wegen der Radioaktivität nur kurz bleiben.

TOKIO (dpa). Ziel der Aktion sei es, das Kühlsystem dort wieder in Gang zu bringen, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag (5. Mai) den Kraftwerksbetreiber Tepco.

Ausgestattet mit Schutzmasken und Spezialanzügen sollten die Arbeiter zunächst Filter für die radioaktive Luft einbauen.

Die zwölf Männer arbeiteten in Vierergruppen, berichtete Jiji Press. Wegen der Radioaktivität durfte jede Gruppe nur zehn Minuten in dem Atommeiler bleiben. Wie hoch die Strahlendosis während dieser Zeit war, wurde nicht bekannt.

Roboter hatten Strahlenbelastung gemessen

Mit den Filtern soll die radioaktive Belastung im Gebäude so weit gesenkt werden, dass längere Einsätze möglich sind - dann am Kühlsystem. Binnen drei Tagen könne dies erreicht werden, hoffte Tepco.

Wie ein Sprecher des Betreibers berichtete, kam nun die Entscheidung zum Arbeitseinsatz, nachdem Roboter in der vergangenen Woche Daten über die Strahlenbelastung im Reaktorgebäude gesammelt hatten.

In der Nähe eines Pumpenraumes waren bei der Messung Strahlenwerte von mehr als 1100 Millisievert pro Stunde registriert worden, hieß es. Das Wasser dort habe womöglich einen Weg aus dem Reaktorkern in den Raum gefunden, hatten Tepco-Sprecher erklärt. Arbeiter dürfen sich dort nicht aufhalten.

Zum Special "Katastrophe in Japan"

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