Ärzte Zeitung online, 16.05.2011

Fukushima: Verseuchtes Wasser wird aus Reaktor gepumpt

Tokio (dpa). Der Betreiber der Atomruine von Fukushima, Tepco, hat angekündigt, ab Dienstag (17. Mai) das hoch radioaktiv verseuchte Wasser aus dem Turbinengebäude von Reaktor 3 abzupumpen.

Fukushima: Verseuchtes Wasser wird aus Reaktor gepumpt

Wie die Nachrichtenagentur Jiji Press am Montag (16. Mai) meldete, soll das Wasser in eine Entsorgungsanlage für Atommüll auf dem Gelände des Atomkraftwerks gebracht werden.

Es war offenbar aus dem Reaktor ins Tiefgeschoss des Gebäudes gesickert. Aus dem Turbinengebäude des Reaktors 2 wird bereits strahlendes Wasser herausgeholt. Diese Arbeiten laufen weiter.

Tankfloß kann zehn Millionen Liter aufnehmen

Unterdessen befindet sich ein riesiges Tankfloß auf dem Weg nach Fukushima. Es ist 136 Meter lang und 46 Meter breit und kann bis zu zehn Millionen Liter an radioaktiv verseuchtem Wasser aufnehmen. Das Floß wurde in einer Werft in Yokohama für den Einsatz an der Atomruine umgebaut.

Das stählerne Tankfloß wird voraussichtlich in ein bis zwei Wochen in Fukushima eintreffen. Bisher diente es im Hafen der Stadt Shimizu in der Provinz Shizuoka als schwimmende Insel für Angler.

10.000 Tonnen sollen abgepumpt werden

Das strahlende Wasser in den Atommeilern behindert die Sicherungsarbeiten an dem Atomkraftwerk. Es wird geschätzt, dass sich im Turbinengebäude des Meilers Nummer 3 rund 22.000 Tonnen verseuchte Brühe angesammelt haben.

Bislang seien in Meiler 2 von anfangs rund 25.000 Tonnen etwa 5550 abtransportiert worden, hieß es unter Berufung auf den Betreiber Tepco weiter. Insgesamt sollen 10.000 Tonnen in die Entsorgungsanlage gepumpt werden.

Daneben bauen Arbeiter zusätzlich Behelfstanks für schwach verstrahltes Wasser. Bis Ende des Monats sollen dadurch zusätzliche Kapazitäten von 28.000 Tonnen entstehen.

Zum Special "Katastrophe in Japan"

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