Ärzte Zeitung online, 10.06.2011

Auch grüner Tee radioaktiv verseucht

Auch grüner Tee radioaktiv verseucht

TOKIO (dpa). Die radioaktive Belastung nach der Reaktorhavarie in Japan zieht immer größere Kreise. Nun wurde auch in grünem Tee in Japans größter Teeanbau-Provinz Shizuoka erhöhte radioaktive Strahlung gemessen.

Wie die lokalen Behörden am Freitag japanischer Ortszeit bekanntgaben, wurden in getrockneten Teeblättern aus dem Anbaugebiet Warashina in Shizuoka 679 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg) Cäsium-137 festgestellt.

Das Gebiet liegt etwa 370 Kilometer südwestlich der Atomruine Fukushima Eins. Der offiziell erlaubte Grenzwert liegt bei 500 Bq/kg. Grüner Tee aus Japan wird in aller Welt für seine gesundheitsfördernde Wirkung hoch geschätzt.

Die Regierung hatte kürzlich entschieden, Auslieferungen von grünem Tee aus einigen Anbaugebieten in den näher an Fukushima gelegenen Provinzen Ibaraki und Chiba sowie Kanagawa und Tochigi zu stoppen. Anlass waren Messwerte in Proben von über 500 Becquerel.

Japan hat im vergangenen Jahr 83.000 Tonnen an getrockneten Teeblättern produziert. Davon entfielen rund 40 Prozent auf Shizuoka. In Folge des schweren Erdbebens und des Tsunamis vom 11. März tritt aus dem zerstörten Atomkraftwerk Fukushima weiter Radioaktivität aus.

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