Ärzte Zeitung online, 14.06.2011

Kauder besucht Japan: "Wiederaufbau eine gewaltige Herausforderung"

Als erster deutscher Politiker hat Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) die japanische Krisenregion besucht. Er gab an, dass sich Japan für das deutsche Wissen über erneuerbare Energien interessiere. Der Atombetreiber Tepco verkündete indes, die Millionen Liter an verseuchtem Wasser in der Atomruine Fukushima ab Freitag zu säubern.

Kauder besucht Japan: "Wiederaufbau eine gewaltige Herausforderung"

Volker Kauder zeigte sich bei seinem Japan-Besuch "beeindruckt, was alles gemacht wird, um die Menschen, die ihre Häuser verloren haben, unterzubringen".

© dpa

TOKIO (dpa). Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat die vom Erdbeben und Tsunami stark betroffene Stadt Sendai besucht. Nach seiner Auskunft gibt es auf japanischer Seite Interesse an deutschem Wissen über erneuerbare Energien.

Zwar halte Japan an der Atomenergie fest, sei aber an Deutschlands Erfahrungen mit der Energiewende interessiert. "Die Provinzregierung setzt dabei besonders auf die Sonnenenergie und wirbt um Engagement aus Deutschland", sagte Kauder.

Bei seinen Gesprächen sei ihm versichert worden, dass trotz des Reaktorunfalls japanische Lebensmittel nicht belastet seien.

"Ich habe deutlich gemacht, dass in der Frage der Strahlenbelastung volle Transparenz herrschen muss", sagte Kauder.

Kauder beeindruckt vom Engagement

Der CDU-Politiker besuchte in Sendai auch eine Notunterkunft. Er zeigte sich "beeindruckt, was alles gemacht wird, um die Menschen, die ihre Häuser verloren haben, unterzubringen".

Ihm sei bei seinem Besuch erklärt worden, dass der Wiederaufbau noch fünf bis zehn Jahre dauern werde. "Das ist eine gewaltige Herausforderung."

Nach Angaben seiner japanischen Gesprächspartner werde es noch bis zum Frühjahr nächsten Jahres dauern, bis sich die Lage im AKW Fukushima stabilisiert habe.

Testlauf der Anlage erfolgreich verlaufen

Derweil testen Arbeiter in dem AKW weiter die neue Anlage, mit der verseuchtes Wasser dekontaminiert werden soll. Eine Anlage zur Dekontaminierung der Brühe solle möglichst an diesem Freitag in Betrieb genommen werden, teilte Tepco am Dienstag mit.

Eigentlich wollte der Betreiberkonzern früher damit starten. Es seien jedoch unter anderem Wasserlecks aufgetreten, die abgedichtet werden mussten, so Tepco.

Bei einem Testdurchlauf mit schwach verseuchtem Wasser sei erfolgreich der Cäsium-Gehalt auf das gewünschte Niveau reduziert worden, gab die japanische Atomaufsicht bekannt.

Mit der neuen Anlage sollen die großen Mengen hochgradig verseuchten Wassers gereinigt werden, die in der stark zerstörten Atomanlage zur Kühlung der Reaktoren schwappen.

Zum Special "Katastrophe in Japan"

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