Ärzte Zeitung online, 12.07.2011

Radioaktiv verseuchtes Fleisch in Japan entdeckt

Radioaktiv verseuchtes Fleisch in Japan entdeckt

TOKIO (dpa). In Japan macht sich Sorge über radioaktiv verstrahltes Rindfleisch breit.

Fleisch von sechs kontaminierten Rindern wurde im Mai und Juni von einem Fleischverarbeitungsbetrieb in Tokio an mindestens zehn Provinzen ausgeliefert, berichteten japanische Medien am Dienstag.

Die Tiere kamen von einem Bauernhof in der Nähe des Katastrophenmeilers in Fukushima Eins 250 Kilometer nördlich von Tokio und wurden angeblich mit verstrahltem Heu gefüttert. Im Heu wurde das 56-Fache der erlaubten Menge an radioaktivem Cäsium entdeckt.

Die erhöhten Strahlenwerte wurden am Wochenende bei Großkunden gemessen. Der betroffene Bauernhof lieferte elf weitere verstrahlte Kühe nach Tokio. Bei Messungen vor dem Abtransport war am Fell der Rinder nach Angaben lokaler Behörden keine gefährliche Strahlendosis entdeckt worden.

Die Behörden begannen am Montag mit Inspektionen von Viehfutter auch außerhalb der 20-Kilometer Evakuierungszone um das im März von Erdbeben und Tsunami zerstörte Atomkraftwerk.

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[13.07.2011, 16:58:20]
Dr. Joachim Malinowski 
Das war doch abzusehen...
Cäsium-137, radioaktives Isotop, das bei Atomspaltung entsteht
physikalische Halbwertzeit: 30 Jahre
effektive Halbwertzeit beim Menschen: 70 Tage
lange physikalische Halbwertzeit, stetige Aufnahme mit der Nahrung, gute Resorption, Kaliumanalogon, reichert sich in der Leber, Milz und Nieren an, enthalten in Fleisch, Milch, Blattpflanzen (Spinat), Pilzen, Küchenkräuter, Beerenobst und Wild.

Wie fahrlässig sind die Japaner trotz der Erfahrungen nach Tschernobyl vor 25 Jahren?

Das war doch alles abzusehen, dass die Radionuklide in der Nahrungskette auftauchen. Und das ist nur die Spitze des Eisberges.

Und was tun die nun dagegen? Wann wird verseuchte Nahrung in Europa auftauchen?

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