Ärzte Zeitung online, 30.07.2011

Fukushima-Hype ade, Ökostrom ade

Die Nuklearkatastrophe rund um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima hat in Deutschland einen schlagartigen Nachfrageschub nach Ökostrom verursacht. Aber nur für kurze Zeit, ergibt eine Erhebung eines Verbraucherprotals. In der Schuld sollen die Medien stehen, da sie nicht mehr täglich über Fukushima berichten

Von Matthias Wallenfels

HEIDELBERG. Seitdem die Folgen der Natur- und Nuklearkatastrophe vom 11. März dieses Jahres, als ein Megabeben mit anschließendem Tsunami den Nordosten Japans heimsuchte und weite Landstriche verwüstete sowie zur Havarie des Atomkraftwerks Fukushima führte, nicht mehr täglich das Interesse der Medien in Deutschland finden, sinkt auch das Interesse an Ökostrom.

Zu diesem Schluss kommt eine Branchenerhebung des Verbraucherportals Verivox. Trotzdem machten Ökostromtarife bereits mehr als 50 Prozent aller Anfragen bei den Heidelbergern aus.

Wechselbereitschaft der Kunden hängt von der Debatte um AKW-Laufzeiten ab

"Die Wechselbereitschaft der Kunden beim Strom liegt für das abgelaufene Kalenderjahr im Schnitt bei 7,2 Prozent und hängt vor allem in Deutschland von der Debatte um verlängerte Laufzeiten für die Atomkraftwerke ab", ordnet Verivox-Sprecher Jürgen Scheurer die Studienergebnisse ein.

Im Zuge der Katastrophe von Fukushima sei dieser Effekt deutlicher als jemals zuvor zutage getreten. Dies spiegelt sich auch in den Verbraucheranfragen wider.

Im vergangenen Jahr habe sich jede dritte Anfrage an Verivox für Unterlagen zum Wechsel des Stromanbieters auf einen Ökostromtarif bezogen. Die Diskussion um die Laufzeitverlängerungen für Meiler in Deutschland habe diesen Anteil bereits im Januar und Februar dieses Jahres ansteigen lassen.

Direkt nach der von Fukushima ausgehenden, medial allseitig begleiteten atomaren Bedrohung sei die Ökostromnachfrage stark gestiegen, so Verivox.

Ökologische Begeisterung nimmt wieder ab

Auch wenn der Anteil der Anfragen nach einem Ökostromtarif im April 2011 mit 80 Prozent seinen Höhepunkt erreicht habe, nehme die ökologische Begeisterung nun wieder allmählich ab. Im Zuge der abflauenden medialen Berichterstattung habe sich der Ökostromanteil der Anfragen deutlich auf 62 Prozent reduziert.

Im Juni sei eine weitere Absenkung auf 55 Prozent zu beobachten gewesen. Dieser Wert entspreche dem nachgefragten Anteil zu Beginn dieses Jahres.

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