Ärzte Zeitung online, 16.12.2011

Greenpeace: Japan verharmlost Gefahren von Fukushima

Greenpeace: Japan verharmlost Gefahren von Fukushima

BERLIN (dpa). Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat der japanischen Regierung vorgeworfen, die Gefahren in Fukushima zu verharmlosen.

Der Atomenergieexperte der Organisation, Heinz Smital, sagte der Nachrichtenagentur dpa am Freitag, mit der Erklärung, die Atomruine sei sicher, gehe es Tokio darum, die Bevölkerung zu beruhigen.

"Tatsächlich wird man noch Jahrzehnte mit Problemen von dieser Anlage zu kämpfen haben. Die Gebiete werden noch über Jahrzehnte radioaktiv kontaminiert sein."

Neun Monate nach dem GAU von Fukushima hatte die japanische Regierung erklärt, die Reaktoren in Fukushima Daiichi seien in einer Kaltabschaltung ("cold shutdown") unter Kontrolle gebracht worden.

Brennstoff vielleicht schon im Grundwasser

Von einem "cold shutdown" könne keine Rede sein, sagte Smital. So etwas beziehe sich immer auf eine intakte Anlage.

"In Fukushima weiß man ja nicht einmal, in welchem Zustand und an welchem Ort sich genau der geschmolzene Kernbrennstoff befindet."

Vielleicht habe der sich so tief durchgefressen, dass er bereits den Reaktordruckbehälter verlassen und das Grundwasser erreicht habe. "Es sind viele Fragen offen, die einem cold shutdown widersprechen."

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