Ärzte Zeitung online, 19.04.2011

Tschernobyl 1986 - 2011

Wie haben Sie die Katastrophe erlebt?

Wie haben Sie die Katastrophe erlebt?

Tschernobyl, ein kleiner Ort im Norden der Ukraine hat es zu trauriger Berühmtheit gebracht: Sein Name steht seit einem viertel Jahrhundert für die bislang schwerste nukleare Katastrophe mit weltweiten Folgen.

Aus Anlass des 25. Jahrestages möchten wir mit Ihnen gemeinsam zurückblicken: Wie haben Sie die Tage und Wochen nach dem 26. April 1986 erlebt? Wie haben Sie sich damals über das Unglück informiert? Haben Sie womöglich in den Monaten und Jahren danach auf Gemüse aus dem Garten und Pilze aus dem Wald verzichtet?

Schicken Sie uns Ihre Eindrücke und Erlebnisse von damals: az_online@springer.com

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Tschernobyl (49)
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Mykosen (439)
[21.04.2011, 21:40:09]
Wolfgang Lohmueller 
Wolfgang Lohmüller
(1) Am Dienstag den 29.4.96 war bereits im Radio und in der Presse angekündigt worden, dass Kinder nicht draußen spielen sollten. Ich machte einen Hausbesuch auf einem Dorf. Dort spielten Kinder draußen. Bis dahin war die Warnung also nicht durchgedrungen.
(2) Für Biogärtner war das das Ende des Traums vom Paradies. Der Verkauf von Geigerzählern schnellte in die Höhe, besonders Ökofreaks kauften sie.
(3) Im folgenden Jahr 1987 regnete es im Sommer so viel, wie ich vorher nie bewußt erlebt hatte. Auf einem Jugendcamp kam plötzlich ein Quellchen mitten im Zelt zum Vorschein: Gott schien den Fallout wegzuwaschen. zum Beitrag »
[21.04.2011, 09:39:10]
Ulrike Eitner 
Tschernobyl 1986 - Angst Radioaktivität
Wir am 26.4.1986 bei strahlendem Wetter mit unserem 9 Monate alten Sohn einen Spaziergang unternommen - noch vollkommen ahnunglos, was da zu uns unterwegs war - bei der Erinnerung daran, gruselt es mir noch heute. Als es nach der Katastrophe zum ersten Mal wieder regnete, war ich mit meinem Sohn auf dem Arm unterwegs beim Einkaufen - natürlich ohne Regenschirm! Ich weiss noch, wie ich gerannt bin und dabei versucht habe, unser Kind vor dem Regen zu schützen, weil ich Angst vor dem radioaktiven Fallout hatte. Wir haben uns große Mengen H-Milch besorgt, mit der Molkerei telefoniert, weil wir sicher sein wollten, dass die Kühe nicht aus dem Stall gelassen wurden.
Erstaunt hat mich, dass unsere Patienten auf der Psychotherapiestation, auf der ich arbeite, relativ gelassen blieben angesichts der Bedrohung. Wir konnten weiter mit ihnen arbeiten, Therapie machen, Gruppen durchführen. Ich hätte erwartet, dass sie panisch reagieren würden. zum Beitrag »
[21.04.2011, 05:35:50]
Manfred Giesing 
Tschernobyl 1986
vorrangig in Erinnerung geblieben: ein Samstag danach "Vätereinsatz" im Kinderladen zum Austausch des Sandes in der Sandkiste zum Beitrag »
[20.04.2011, 14:52:13]
Dr. Erhard Eberl 
Tschernobyl 1986
Wir waren zwei Tage vorher zum Familienurlaub in Djerba gelandet. Internet und Satellitenfernsehen gabe es da noch nicht und wie auch sonst im Urlaub bin ich abends nach draußen und habe über Kurzwelle die Nachrichten im Deutschlandfunk gehört. Das war schon ein Schreck für uns und der erste Gedanke, durch Zufall - Urlaubsreise - möglicherweise dem atomaren Fallout entkommen zu sein. Es hat dann ja auch noch ein paar Tage gedauert bis eine bessere Einschätzung des Ereignisses möglich war und bis zur planmäßigen Heimreise war uns dann schon wieder besser zumute. zum Beitrag »

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