Ärzte Zeitung online, 26.04.2011

Erinnerungen: "Nuclear catastrophy"

Erinnerungen: "Nuclear catastrophy"

Claudia Peter war 1986 Studentin. Mit einer Freundin machte sie gerade Urlaub in Griechenland. Zunächst schnappten sie nur bruchstückhaft Nachrichten auf. "Wir dachten, eine Atombombe sei explodiert."

Vor 25 Jahren befand ich mich mit einer Freundin im Urlaub, auf der kleinen griechischen Insel Naxos. Wir zwei Studentinnen genossen die Frühlingssemesterferien und kurvten auf gemieteten Mopeds über die Insel.

Eines sonnigen Morgens belauschten wir beim Frühstück auf der Terrasse unseres Hotels ein auf Englisch geführtes Gespräch am Nachbartisch. "Nuclear catastrophy", "villages vanished" - das waren die Bruchstücke, die wir aufschnappten.

Wir dachten, da sei eine Atombombe explodiert. Konnte es gar sein, dass ein Atomkrieg ausgebrochen war und wir auf unserer Insel das nicht mitgekriegt hatten?

Die Atomkriegs-These haben wir dann schnell ad acta gelegt. Zu friedlich blieb es auf unserer Insel. Aber während der ganzen restlichen Urlaubszeit waren keine englischsprachigen Zeitungen mehr aufzutreiben.

Erst als wir auf dem Rückweg nach München ins Flugzeug kletterten, ergatterten wir eine Süddeutsche Zeitung. Und lernten, dass keine Atombombe, sondern ein Atomkraftwerk explodiert war.

Und, dass wir geradewegs zurückflogen in eine der verseuchtesten Ecken Mitteleuropas - unser idyllisches Oberbayern.

Topics
Schlagworte
Tschernobyl (49)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »