Ärzte Zeitung, 24.11.2011

Tschernobyl-Opfer nach Hungerstreik in Klinik

KIEW (dpa). Wegen eines Hungerstreiks gegen die Kürzung ihrer Sozialleistungen sind in der Ukraine etwa 30 Opfer der Atomkatastrophe von Tschernobyl in Krankenhäuser gebracht worden.

Insgesamt hätten über 80 Demonstranten um medizinische Hilfe gebeten, berichteten Medien am Donnerstag aus der Industriestadt Donezk im Osten der Ex-Sowjetrepublik.

"Vielen Streikenden geht es schlecht", sagte einer der Organisatoren des Protests. Dutzende setzten die regierungskritische Aktion fort.

Die sogenannten Liquidatoren, die nach dem Super-GAU 1986 die verstrahlten Trümmer des zerstörten Atomkraftwerks beseitigt hatten, demonstrieren seit Tagen mit einer Zeltstadt vor der Rentenbehörde für Verhandlungen mit der Regierung.

Aufgrund der schlechten Finanzlage hatte die Führung unter anderem Extraleistungen für die Liquidatoren und Renten deutlich gekürzt. Auch in der Hauptstadt Kiew und in anderen Gegenden kam es deswegen zu Demonstrationen.

Nach einem Gerichtsbeschluss muss der Rentenfonds den Tschernobyl-Opfern 750 Millionen US-Dollar zahlen. Dies gefährde jedoch die Auszahlung der Renten, argumentiert die Regierung.

Topics
Schlagworte
Tschernobyl (49)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »

Bei der Gründung eines Ärztezentrums kann es zugehen wie bei "Dallas"

Neid und Missgunst haben schon manche Versuche torpediert, in der Provinz ein Ärztezentrum zu etablieren. Ärzte in Schleswig-Holstein berichten, wie man verhindert, dass Kirchturmdenken siegt. mehr »

Macht Kaffee impotent?

Kaffee werden günstige Effekte auf die Gesundheit nachgesagt. Eine Studie hat untersucht, was das belebende Getränk für Männer – und besonders deren Potenz – bedeutet. mehr »