Ärzte Zeitung online, 28.11.2011

Mann stirbt nach Razzia gegen Tschernobyl-Opfer

MOSKAU/KIEW (dpa). Nach einem Einsatz der ukrainischen Polizei gegen protestierende Kriegsveteranen und Strahlenopfer der Atom-Katastrophe von Tschernobyl ist ein Demonstrant ums Leben gekommen.

Das teilten die Rettungskräfte in der Stadt Donezk nach Angaben örtlicher Medien am Sonntag mit. Mögliche Todesursache sei ein Herzinfarkt. Die Proteste richteten sich gegen eine Kürzung von Sozialleistungen.

Eine Sondereinheit der Polizei hatte am Sonntag ein Zeltlager im Zentrum von Donezk aufgelöst.

Opfer fordern Entschädigungsfonds

Dabei seien die Beamten mit großer Härte gegen die Kriegsveteranen und die sogenannten Liquidatoren vorgegangen, die nach dem Super-Gau 1986 die verstrahlten Trümmer in Tschernobyl beseitigt hatten.

Seit Monaten wehren sich Strahlenopfer sowie Afghanistan- und Weltkriegsveteranen gegen die Einsparungen. Die Haushaltslage der Ukraine gilt als extrem angespannt.

Nach einem Gerichtsbeschluss muss der Rentenfonds den Tschernobyl-Opfern 750 Millionen US-Dollar zahlen. Dies gefährde aber die Auszahlung der Renten, argumentiert die Regierung in Kiew.

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