Ärzte Zeitung online, 27.01.2018

Reisemedizin

Vermehrt Listeriose in Südafrika

Vor allem in der Provinz Gauteng in Südafrika weitet sich ein Listeriose- Ausbruch weiter aus.

Von Sandra Vergin und Tomas Jelinek

DÜSSELDORF. Seit Dezember gibt es einen Ausbruch von Listeriose in Südafrika, alle 9 Provinzen sind betroffen. Bis zum 12. Januar wurden insgesamt 748 Erkrankungs- und 67 Todesfälle gemeldet, die meisten davon in der Provinz Gauteng. Etwa 40 Prozent aller Fälle traten bei Säuglingen auf (www.promedmail.org). Die Infektionsquelle konnte bislang noch nicht identifiziert werden.

Die Erreger, stäbchenförmige Bakterien der Gattung Listeria, kommen bei Tieren vor und werden über kontaminierte Lebensmittel übertragen (etwa über Fleisch, Fisch, Milch bzw. Milchprodukte, aber auch Salate). Die größte Bedeutung als Humanpathogen besitzt Listeria monocytogenes.

Die Erkrankung äußert sich durch grippeähnliche Symptome, Fieber, Muskelschmerzen und eventuell Erbrechen und Durchfall. Weitere mögliche Manifestationsformen sind eine Sepsis oder eine Meningitis. Bei Immungesunden kommt es selten zu einer Infektion. Gefährdet sind vor allem Immungeschwächte wie alte Menschen, Schwangere, Neugeborene und Personen mit Immundefizienz oder unter immunsuppressiver Therapie.

Bei Schwangeren verläuft eine Infektion in der Regel grippeähnlich oder auch komplett symptomfrei. Eine Übertragung auf das Kind ist transplazentar, während der Geburt oder postnatal möglich und kann eine Früh-/Totgeburt oder eine neonatale Listeriose zur Folge haben. Infizierte können die Erreger noch mehrere Monate lang mit dem Stuhl ausscheiden.

Die Therapie erfolgt mit Amoxicillin oder Ampicillin in Kombination mit einem Aminoglykosid. Personen, die den genannten Risikogruppen angehören, sollten auf den Verzehr von möglicherweise kontaminierten Lebensmitteln verzichten.

Die Autoren arbeiten für das CRM Centrum für Reisemedizin.

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