Ärzte Zeitung, 16.07.2004

Hepatitis-A-Schutz auch vor Urlaub am Mittelmeer nötig

NEU-ISENBURG (Smi/eis). In drei Bundesländern beginnen an diesem Wochenende die Sommerferien. Bei dem derzeitigen Schmuddelwetter in Deutschland zieht es viele Deutsche dann in den Süden. Vor allem ans Mittelmeer. Was viele nicht wissen: Auch in Ländern wie Italien, Portugal, Spanien, Griechenland und der Türkei gibt es ein erhöhtes Risiko, sich mit Hepatitis A zu infizieren. Reisemediziner raten daher auch Mittelmeer-Urlaubern zu einer Hepatitis-A-Impfung.

Erst kürzlich gab es in Neapel eine Infektionswelle. 600 Menschen hatten sich beim Verzehr von Meeresfrüchten mit Hepatitis A infiziert (die "Ärzte Zeitung" berichtete). Die Ursache: Muscheln filtern Meerwasser. Ist das Wasser kontaminiert, wird das Virus auch in den Meeresfrüchten angereichert.

Schutz vor Hepatitis A bietet eine vom Robert-Koch-Institut empfohlene Impfung. Zwei bis vier Wochen vor Reisebeginn wird die erste Impfung verabreicht. Um einen Langzeitschutz von zehn Jahren zu erreichen, folgt eine zweite Impfung nach sechs bis zwölf Monaten.

Selbst eine kurzfristige Impfung am Abreisetag macht noch Sinn. Ärzte müssen ihre Patienten in diesem Fall aber auf das erhöhte Hepatitis-A-Risiko in den nächsten zwei Wochen hinweisen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »